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Laos richtet Konferenz über Streubomben aus

handicapMünchen (epo.de). – Regierungsvertreter aus 112 Staaten versammeln sich vom 8. bis 12. November in Vientiane (Laos) zur ersten Vertragsstaaten-Konferenz über das Verbot von Streubomben. Sie diskutieren über die Umsetzung des Vertrags von Oslo, der am 1. August in Kraft getreten ist. Streubomben verteilen kleine Bomben, sogenannte „Submunitionen“, über weite Flächen. Bis heute hat Streumunition etwa 100.000 Opfer gefordert. 98 Prozent der bekannten Opfer stammen aus der Zivilbevölkerung, 27 Prozent davon sind Kinder.

Allein in Laos lauern noch Millionen von Blindgängern aus Streubomben auf ihre unschuldigen Opfer. 270 Millionen Submunitionen aus 414.920 Streubomben haben die USA während des Vietnamkriegs abgeworfen. „In den besonders betroffenen Gebieten gehören für die Menschen die so genannten ‚Bombies‘, die ihren Lebensraum verseuchen, zum Alltag. Die Dorfbewohner haben manchmal sogar Bombenhüllen als Pfähle zum Hausbau verwendet“, berichtete Eva Maria Fischer, Sprecherin von Handicap International, die in der vergangenen Woche von einer Laosreise zurückgekehrt ist. „Die Armut bringt die Menschen dazu, trotz der Gefahr ihre Felder zu bestellen oder in den Wäldern nach Kriegsüberresten zu suchen, um das wertvolle Metall zu verkaufen. Damit riskieren sie ihr Leben.“

Handicap International und andere Organisationen sowie die staatlichen Einheiten von UXO Lao sind im Einsatz, um die Blindgänger zu räumen. Laos hat den Verbotsvertrag ratifiziert und sich verpflichtet, in zehn Jahren alle Reste von Streubomben beseitigt zu haben.

Dass Laos zur Räumung eine Fristverlängerung benötigen wird, sei jetzt schon klar, so Handicap International. Vor allem benötige das Land massive Unterstützung der anderen Vertragsstaaten, genauso wie die weiteren betroffene Länder, darunter Afghanistan, Irak und der Libanon. Diese Staaten legten große Erwartungen in den Aktionsplan, der in Vientiane verabschiedet werden soll. Denn der Oslovertrag verpflichtet alle Vertragsstaaten zur Unterstützung der betroffenen Länder und Menschen.

François De Keersmaeker, Geschäftsführer von Handicap International Deutschland, ist bei der Konferenz in Laos dabei. Gemeinsam mit der Berliner Organisation SODI präsentiert er dort auf einer Veranstaltung des Auswärtigen Amts das Engagement deutscher NGOs. „Wir begrüßen es, dass Deutschland den Oslovertrag ratifiziert und in den vergangenen Jahren regelmäßig Mittel zur Minen- und Blindgängerräumung und auch zur Opferhilfe bereitgestellt hat. Im Sparhaushalt für 2011 sollen diese Mittel reduziert werden. Das wäre ein fatales Signal für die betroffenen Länder.“

www.streubomben.de
www.handicap-international.de

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