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GfbV: Gerechtigkeit für Frauen in Burma und Darfur

gfbvGöttingen (epo.de). – Die Verantwortlichen für den Einsatz von Vergewaltigung als Kriegswaffe in Burmas Minderheitengebieten und in Darfur müssen bestraft werden. Das hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gefordert. „Obwohl in beiden Regionen seit mehr als fünf Jahren sexuelle Gewalt gezielt als Waffe im Krieg verwendet wird, bleiben die Täter und ihre Anstifter straflos“, kritisierte die Menschenrechtsorganisation am Mittwoch in Göttingen.

Während die internationale Gemeinschaft in der Demokratischen Republik Kongo zahlreiche konkrete Maßnahmen ergriffen habe, um Vergewaltigungen einzudämmen, warteten Frauen im Westen des Sudan und in Burma (Myanmar) noch immer auf ein konsequentes Vorgehen gegen die Täter und einen wirksamen Schutz vor diesen Verbrechen, so die GfbV. In Darfur seien die mehr als eine Million in Flüchtlingslagern lebenden Frauen stark gefährdet. Vor allem in der Umgebung des Camps Kassab (Nord-Darfur) seien im Herbst 2010 immer wieder Frauen gezielt vergewaltigt worden. Unter den Opfern sei auch eine 70 Jährige.

Wenn Frauen im Sudan von Kämpfern missbraucht werden, haben sie nach Angaben der GfbV kaum eine Chance auf Gerechtigkeit, da das Justizsystem sie massiv benachteiligt. Sie benötigen mindestens vier männliche Zeugen, um vor den Behörden nachzuweisen, dass sexuelle Gewalt gegen sie angewandt wurde. Dies könnten sie meist nicht belegen, da die Verbrechen oft stattfinden, wenn sie gemeinsam mit anderen Frauen Feuerholz suchen. Selbst wenn Täter verhaftet werden, bleiben sie meist straflos, weil die Strafverfolgungsbehörden keinen politischen Willen haben, konsequent gegen Vergewaltigungen vorzugehen.

Seit dem Beginn des Völkermordes in Darfur im Februar 2003 werde Vergewaltigung als Kriegswaffe eingesetzt, um schwarzafrikanische, muslimische Frauen zu demütigen und ihre traditionelle Gesellschaft zu zerstören, berichtete die GfbV. Die Opfer trauten sich nur selten, die Verbrechen anzuzeigen und darüber offen zu reden. Auch fehle es an jeder psychologischen und sozialen Betreuung der Überfallenen.

Auch in Burmas Minderheitengebieten sei sexuelle Gewalt durch Soldaten und Armeeoffiziere weit verbreitet. Vor allem in den Gebieten der Karen und Shan seien hunderte Fälle dokumentiert, so die GfbV. Viele der Frauen und Mädchen seien gefoltert, von Gruppen vergewaltigt und anschließend wahllos erschossen worden. Burmas Polizei und Justiz sehe den Verbrechen tatenlos zu. Deshalb fordern burmesische Frauenorganisationen die Einsetzung einer Kommission der Vereinten Nationen, um die Verbrechen zu dokumentieren und eine Bestrafung der dafür verantwortlichen Militärjunta einzuleiten.

www.gfbv.de

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