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Heiße Phase des Klimagipfels beginnt

unfccc_cop16_cancun_100Stuttgart (epo.de). – Bei den Klimaverhandlungen in Cancún gibt es bislang kaum eine Annäherung in den entscheidenden Fragen. Die Atmosphäre sei dennoch ungleich besser als vor einem Jahr in Kopenhagen, berichtete das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ aus dem mexikanischen Tagungsort. Dies liege nicht zuletzt daran, dass die mehr als einhundert Minister und zwanzig Regierungschefs, die ab Dienstag auf höchster Ebene verhandeln, kein Debakel wie in Kopenhagen erleben möchten.

Zudem tue die mexikanische Regierung alles, um den Verhandlungsprozess transparent zu organisieren und einem Scheitern vorzubeugen, so Brot für die Welt. „Die Rahmenbedingungen stimmen. Damit Cancún nun auch ein Erfolg wird, müssen sich die Staaten aufeinander zubewegen“, sagte Thomas Hirsch. Nach Ansicht des Klimaexperten von „Brot für die Welt“ kann Deutschland dazu einen wichtigen Beitrag leisten. „Umweltminister Röttgen muss zu einer Lokomotive für den Erhalt des Kyoto-Protokolls werden. Zweitens sollte Deutschland die Forderung der besonders betroffenen Entwicklungsländer unterstützen, einen internationalen Mechanismus zur Anerkennung und Bewältigung der schon nicht mehr abwendbaren Klimaschäden zu schaffen.“

In Cancún sei deutlich geworden, dass die verletzbarsten Staaten unter Federführung der kleinen Inselstaaten (AOSIS-Gruppe) und von Bangladesch beginnen, verstärkt gemeinsam aufzutreten, so Brot für die Welt. Sie sähen ihre Interessen beim Ringen der Industrieländer mit den Schwellenländern nicht ausreichend repräsentiert. „Die armen Länder, die der Klimawandel besonders betrifft, verdienen unsere Unterstützung. Die internationale Staatengemeinschaft muss die klimabedingte Zwangsmigration sowohl innerhalb von Staaten sowie über Staatengrenzen hinweg anerkennen und sich verpflichten, dafür schnell gemeinsame Lösungen zu finden“, forderte Sophia Wirsching, Expertin für Migration bei Brot für die Welt.

Die beiden Experten hatten sich vor der Anreise nach Cancún ein eigenes Bild von der Situation im Pazifik gemacht und unter anderem die untergehenden Carteret-Inseln vor Papua-Neuguinea besucht. Die betroffenen Menschen dort sind weit gehend auf sich alleine gestellt. Vor allem junge Familien wollen die Inseln verlassen, wissen aber nicht wohin.

„Brot für die Welt“ ist gemeinsam mit Partnerorganisationen aus den besonders vom Klimawandel betroffenen Insel- und Küstenstaaten sowie Gebirgsregionen in Afrika, Asien und Lateinamerika angereist. Das Hilfswerk ist in Cancún Teil der internationalen ökumenischen Kirchendelegation.

www.brot-fuer-die-welt.de

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