Start / Länder / Lateinamerika / Haiti: Hilfe braucht langen Atem

Haiti: Hilfe braucht langen Atem

fuellkrug_weitzelStuttgart. – Die Direktorin der Diakonie Katastrophenhilfe, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, hat zu einem langen Atem beim Wiederaufbau in Haiti aufgerufen. Nach ihrem Besuch in dem karibischen Inselstaat erinnerte sie zum Jahresende daran, dass die Lage nach dem Erdbeben vor elf Monaten, dem Hurrikan Thomas und der derzeit grassierenden Cholera weiter dramatisch sei. Haiti habe mit riesigen Problemen zu kämpfen. Selten habe sie so eine extrem arme Bevölkerung gesehen, sagte die Theologin.

60 Prozent der Bevölkerung habe keinen Zugang zu sauberem Wasser, 90 Prozent keinen Zugang zu einem einigermaßen funktionierenden Gesundheitswesen, berichtete Füllkrug-Weitzel. Letzteres sei praktisch auf die Hauptstadt begrenzt. Und auch die sonstige Infrastruktur sei katastrophal. Die Weltgemeinschaft habe Haiti über Jahrzehnte vernachlässigt und ignoriert. Das bisher zugesagte Geld für das arme Land reiche vielleicht gerade einmal, den Zustand wieder herzustellen, der vor dem Erdbeben im Januar 2010 herrschte. Für eine Entwicklung des Landes, wie sich das viele vorstellten, reiche das Geld aber nicht.

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat nach Angaben von Füllkrug-Weitzel bisher acht Millionen Euro an Spendengeldern für den Wiederaufbau in Haiti ausgegeben. Anders als andere Hilfsorganisationen habe man auf den Aufbau von Übergangscamps verzichtet und in der Stadt Jacmel sofort erdbebensichere und sturmfeste Häuser gebaut. Bisher seien 450 Häuser fertig. Der Aufbau weiterer 800 Häuser sei für die nächsten Wochen und Monate geplant.

Die aktuell veröffentlichten Cholerazahlen hält Füllkrug-Weitzel für zu niedrig. Die Krankheit sei ein „gigantisches Problem“ für das Land. Ärzteorganisationen berichteten, dass hunderte Menschen, die an der Durchfallerkrankung litten, sich auf den Weg in die Hauptstadt machten, weil es auf dem Land keine Behandlungsmöglichkeiten gebe. Doch viele von ihnen würden vor ihrer Ankunft in der Klinik sterben und verbreiteten die Cholera unablässig weiter.

www.diakonie-katastrophenhilfe.de

Login

Neue Jobs bei epojobs.eu

Bannerwerbung

GNE Banner
GNE Banner

Newsletter abonnieren!

Subscription Form

Events

Anstehende Events

Tags

Afrika Armut Bildung BMZ Brasilien CO2 Coronavirus Deutschland Entwicklungsfinanzierung Entwicklungshilfe Entwicklungspolitik Entwicklungszusammenarbeit Ernährung Europäische Union EZ Fairer Handel Flüchtlinge Gesundheit Humanitäre Hilfe Hunger Jemen Katastrophen Kinder Klimagipfel Klimakrise Klimaschutz Kolumbien Konflikte Kriege und Konflikte Landwirtschaft Medien Menschenrechte Migration Nachhaltigkeit News Nothilfe Oxfam Pressefreiheit Sudan Syrien Umwelt UNO USA Wahlen Weltwirtschaft