Start / Weltordnung / Demokratisierung / WSF soll Impulse für Demokratisierung geben

WSF soll Impulse für Demokratisierung geben

wsfStuttgart. – „Brot für die Welt“ und der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) beteiligen sich am zehnten Weltsozialforum (WSF). Vertreter der deutschen evangelischen Hilfswerke zählen die Stärkung der Zusammenarbeit mit der arabischen Zivilgesellschaft sowie die Problematik des Landraubs zu den Schwerpunkten des Treffens, das am 6. Februar in der senegalesischen Hauptstadt Dakar beginnt. Bis zum 11. Februar tauschen sich dort mehr als 60.000 Vertreter von nichtstaatlichen Organisationen, Menschenrechtler und Umweltschützer aus. EED und „Brot für die Welt“ sind mit Veranstaltungen zu Fischerei, illegaler Immigration und Landraub vertreten.

Das Treffen im überwiegend muslimischen Senegal bedeutet für Jürgen Reichel vom Evangelischen Entwicklungsdienst einen Schritt in die Zukunft des Welttreffens der Zivilgesellschaften. Er ist seit mehr als zehn Jahren Mitglied im Internationalen Rat des Weltsozialforums.

„Wir haben das Weltsozialforum unter anderem deswegen nach Dakar vergeben, weil wir die Zusammenarbeit mit der arabischen Zivilgesellschaft stärken wollten. Wir erwarten, dass die internationale Zivilgesellschaft in Dakar den Demokratisierungsprozessen in arabischen Ländern wie Tunesien und Ägypten Impulse gibt“, sagt Reichel. Der EED stellt in Dakar unter anderem eine Studie zur Existenzbedrohung westafrikanischer Fischer durch internationale Fangflotten vor.

Für „Brot für die Welt“ steht auch das Thema Landraub im Zentrum des Weltsozialforums. Es sei ein neues Phänomen auf der internationalen Bühne, so Bernhard Walter, Ernährungsexperte des evangelischen Hilfswerks. 75 Prozent der großflächigen Landnahme erfolge inzwischen in Afrika. Viele Partnerorganisationen von „Brot für die Welt“ und des EED seien davon betroffen.

„Ich erwarte, dass das Forum die Stimmen Afrikas bündelt“, so Walter. Vor allem die Landrechte der ärmsten Schichten in Afrika seien durch Landraub massiv in Gefahr. Es brauche schnell Antworten. Das afrikanische „Netzwerk zum Recht auf Nahrung“, das „Brot für die Welt“ unterstützt, beobachte die Regierungen und vernetze sich international.

www.eed.de
www.brot-fuer-die-welt.de