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UNICEF: Jugendliche brauchen Perspektiven

unicef_neu_150Köln. – Ein großer Teil der rund eine Milliarde Jugendlichen in den Entwicklungs- und Schwellenländern leidet unter Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit. Das geht aus dem UNICEF-Jahresbericht „Zur Situation der Kinder in der Welt 2011“ hervor, der am Freitag veröffentlicht worden ist. UNICEF befürchtet, dass sich die weltweiten Probleme von Jugendlichen im kommenden Jahrzehnt noch weiter verschärfen werden. Hauptgründe dafür seien die Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, der Klimawandel, die zunehmende Migration und Verstädterung sowie die wachsende Zahl von Konflikten und humanitären Krisen.

Während es weltweit Fortschritte für jüngere Kinder gibt, stehen Jugendliche im Übergang ins Erwachsenenalter UNICEF zufolge vor enormen Problemen: 81 Millionen Jugendliche weltweit sind arbeitslos. Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen ist fast dreimal so hoch wie unter Erwachsenen – am höchsten ist sie in den Maghrebstaaten Nordafrikas. Dort sind trotz vergleichsweise guter Ausbildung fast ein Viertel der Heranwachsenden ohne Job. 


Mädchen im Teenageralter sind vielfach benachteiligt, so UNICEF. Sie sind schlechter ernährt und besuchen viel seltener eine weiterführende Schule als Jungen. Jedes dritte Mädchen in den Entwicklungsländern (ohne China) heiratet vor ihrem 18. Geburtstag, viele bereits sehr jung.

Weltweit können etwa 71 Millionen Jugendliche nach der Grundschule nicht weiter zur Schule gehen. Angesichts des steigenden Wettbewerbsdrucks haben sie kaum eine Chance auf eine gute Arbeitsstelle. Jugendliche aus armen Familien sind auch in besonderem Maße von Gewalt und Ausbeutung bedroht. In Krisengebieten werden viele Heranwachsende als Soldaten missbraucht.

„Neun von zehn Jugendlichen leben in Entwicklungsländern. Sie brauchen Schutz und Chancen. Regierungen und Entwicklungsprogramme müssen die Unzufriedenheit der Jugend, wie aktuell in Nordafrika, ernst nehmen. Sie ist eine Chance für sozialen Wandel und Fortschritt“, sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „So kann der Kreislauf aus Armut und Ungleichheit durchbrochen werden, der viele Länder und Regionen lähmt.“

„Wir Jugendlichen wünschen uns von den Erwachsenen, dass sie uns nicht nur als Problem wahrnehmen“, sagte Lilly Grass (18), UNICEF-Junior-Botschafterin aus Karlsruhe.“ Wir wollen lernen, wir wollen arbeiten, und viele Jugendliche sind bereit, sich für die Umwelt und andere Menschen einzusetzen und sich politisch zu beteiligen – wenn man uns lässt.“

GEZIELTE INVESTITIONEN NOTWENDIG

Derzeit wächst mit 1,2 Milliarden Jungen und Mädchen zwischen 10 und 19 Jahren eine riesige Jugendgeneration auf. Die Regierungen und Programme der Entwicklungszusammenarbeit hätten sie jedoch kaum im Blick, kritisiert UNICEF. So habe es zwar große Fortschritte im Kampf gegen Kindersterblichkeit gegeben, aber die Bedrohungen für Jugendliche würden bisher nicht ausreichend berücksichtigt. In Brasilien seien zum Beispiel zwischen 1998 und 2008 durch Gesundheitsprogramme schätzungsweise 26.000 Babys gerettet worden. Gleichzeitig seien Jugendliche aber unzureichend vor Gewalt geschützt: Im gleichen Zeitraum seien 81.000 brasilianische Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren ermordet worden.

Jugendliche sind laut dem Bericht heute zwar im Allgemeinen gesünder als in früheren Generationen. Doch die Gesundheitsrisiken seien weiter groß: Allein durch Unfälle sterben jedes Jahr rund 400.000 Jugendliche. Weitere Risiken sind Essstörungen und  Drogenmissbrauch. Schätzungsweise einer von fünf Jugendlichen hat psychische oder Verhaltensprobleme.

Der UNICEF-Jahresbericht unterstreicht: Es entscheide sich in der Jugendphase, ob Armut und Perspektivlosigkeit in die nächste Generation vererbt werden. Für viele Länder gehe es darum, die Chancen einer jungen Bevölkerung für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung besser zu nutzen. UNICEF fordert deshalb gezielte Investitionen in Jugendliche.

www.unicef.de

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