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Sanktionen gegen Libyen verschärfen

gfbvGöttingen. – Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat eine massive Verschärfung der Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime in Libyen gefordert. „Der Weltsicherheitsrat und die Europäische Union (EU) müssen ihre Finanz-Sanktionen drastisch ausweiten, wenn sie das Gaddafi-Regime spürbar treffen wollen“, erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Montag in Göttingen.

„Alle Zahlungen an die Zentralbank Libyens müssen eingefroren werden“, forderte Delius. „Außerdem müssen die Finanz-Sanktionen auf im Ausland tätige libysche Firmen und die Libyan Investment Authority (LIA) ausgedehnt werden.“ Die LIA verwalte einen Großteil der 800 Beteiligungen des Gaddafi-Clans im Ausland, die rund 152 Milliarden US-Dollar wert seien.

„Öl-Konzerne, die noch immer Öl aus Libyen beziehen, sollten für die Lieferungen nicht länger an Libyens Zentralbank, sondern nur auf ein Sperrkonto zahlen, zu dem nach dem Umsturz Libyens neue Führung Zugang hat“, sagte Delius. Für US-Unternehmen gelte nach Auskunft des US-Finanzministeriums bereits eine entsprechende Regelung.

Als „moralische Bankrotterklärung“ bezeichnet die GfbV die Rechtfertigungsversuche des österreichischen OMV-Konzerns, der für Öllieferungen aus Libyen noch immer an die libysche Zentralbank zahle. „Wer um die enge Verzahnung des Gaddafi-Clans und der Libyschen Zentralbank weiß, handelt ethisch anstößig, wenn er es in Kauf nimmt, dass Gaddafi mit diesem Geld seinen mörderischen Überlebenskampf finanziert“, erklärte Delius. „Mit der von der OMV in ihrer Werbung viel beschworenen „Fairness, Verantwortung und Respekt“ hat dies auf jeden Fall nichts gemein.“

Eine OMV-Sprecherin hatte nach GfbV-Angaben am Wochenende bestätigt, dass das Unternehmen noch immer Öl aus Libyen beziehe und dies auch nicht von UN- oder EU-Sanktionen untersagt sei. Die OMV, Österreichs bedeutendstes Wirtschaftsunternehmen, befinde sich zu 31,5 Prozent im Eigentum der staatlichen Österreichischen Industrieholding AG.

Wegen umstrittener Ölgeschäfte im Sudan und Iran sei das ethische Engagement der OMV seit 2002 immer wieder kritisiert worden. so die GfbV. Neben der OMV zahlten vor allem noch indische und chinesische Öl-Konzerne für ihre Öllieferungen an die Libysche Zentralbank. So flössen täglich rund zwölf Millionen US-Dollar aus Öleinnahmen in die Kassen der von Gaddafi kontrollierten Bank.

www.gfbv.de

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