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38 Millionen Kinder in Westafrika erhalten Schutz gegen Polio

unicef_neu_150Köln. – In Westafrika haben das UN-Kinderhilfswerk UNICEF und weitere Partner am Freitag eine Impfkampagne begonnen, um Kinder gegen Kinderlähmung zu schützen. In 15 afrikanischen Ländern sind rund 180.000 Freiwillige unterwegs, um 38 Millionen Kinder zu impfen. Mitte 2009 war die Epidemie in einer Reihe westafrikanischer Länder wieder ausgebrochen. In Ländern wie Nigeria starben viele Kinder daran, hunderte werden ihr Leben lang unter Lähmungen leiden.

Mit der internationalen Kampagne will die globale Initiative zur Ausrottung von Polio, in der UNICEF, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und weitere Partner zusammenarbeiten, die Übertragung des Polio-Erregers in diesem Teil der Welt stoppen. Bereits 2010 wurde die Kinderlähmung in mehreren Ländern der Region erfolgreich durch Impfungen zurückgedrängt. Trotzdem war noch im März ein Kind in Niger an Kinderlähmung erkrankt.

Solange nicht alle Kinder in der Region gegen Polio geimpft sind, kann es immer wieder zu größeren Ausbrüchen kommen. „Die bisherigen Impfkampagnen haben bereits zehntausende Kinder vor einer lebenslangen Lähmung bewahrt“, sagte Gianfranco Rotigliano, UNICEF-Leiter für West- und Zentralafrika. „Doch allein im vergangenen Jahr gab es immer noch mehr als 500 Neuerkrankungen und auch viele Todesfälle. Deshalb müssen wir sicherstellen, dass wir jetzt alle Kinder gegen Polio schützen.“

Die jetzige Impfaktion umfasst die Länder Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kap Verde, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger, Senegal, Sierra Leone, Gambia und Togo. Gleichzeitig intensivieren die Partner die Maßnahmen zum Kampf gegen die Krankheit in Nigeria, dem einzigen afrikanischen Land, in dem Polio weiter endemisch ist. In den vergangen zwölf Monaten konnte hier die Zahl der Neuerkrankungen bereits um 95 Prozent gesenkt werden. Auch nach Abschluss der internationalen Kampagne soll die Entwicklung des Impfschutzes in der gesamten Region sorgfältig beobachtet werden, um das Risiko weiterer Ausbrüche zu minimieren.

In der Globalen Initiative zur Ausrottung von Polio arbeiten UNICEF und die WHO mit nationalen Regierungen, Rotary International und dem US-amerikanischen Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention zusammen. Seit dem Beginn der Initiative 1988 sei das Auftreten von Polio weltweit um 99 Prozent verringert worden, so UNICEF. 1988 erlitten noch jedes Jahr mehr als 350.000 Kinder lebenslange Lähmungen durch Polio. Die Krankheit war in mehr als 125 Ländern endemisch. Bis 2010 war die Zahl der Neuerkrankungen auf 1.294 Fälle in 20 Ländern gesunken. Weltweit gibt es heute noch vier Länder, in denen Polio endemisch ist: Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan.

www.unicef.de

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