
„Ureinwohner leiden für ‚unseren‘ Atomstrom, doch RWE übernimmt für die Gesundheit der Minenarbeiter und Anwohner in den Uranabbaugebieten keine Verantwortung“, lautet der Vorwurf der GfbV an das Unternehmen. „Selbst einfache Maßnahmen gegen radioaktiven Staub oder Schlamm wie Gummistiefel oder Atemmasken für Bergleute oder einfache Zäune um radioaktive Abraumhalden und Wasserbecken fehlen. Uran-Tagebau verseucht Luft und Grundwasser.“
Die GfbV fordert, dass die Betreiber von Atomkraftwerken in Deutschland und Europa nicht nur offen legen, woher ihr Uran stammt. Sie müssten auch dafür sorgen, dass Mensch und Umwelt in den Uran-Abbaugebieten vor radioaktiver Strahlung geschützt werden.
Deutschland importierte dem Statistischen Amt der Europäischen Union Eurostat zufolge 2009 rund 4.662 Tonnen Natur-Uran. Es wird vermutet, dass es u.a. aus Australien, Niger, Kanada und Kasachstan kommt. Lieferländer sind vor allem Frankreich und Großbritannien. Dort wird kein Uran gefördert.
Nach Angaben der GfbV ist das Land der Tuareg in Niger durch die Uranförderung verstrahlt. In einigen ihrer Siedlungen seien die zulässigen Strahlenwerte um das Hundertfache überschritten. Das Grundwasser sei radioaktiv verseucht. In Australien bedrohe die geplante Erweiterung von Uranminen die Mirrar-Aborigines. Bei den Lakota-Indianern in den USA sei die Krebsrate erschreckend hoch. In Teilen ihrer traditionellen Gebiete sei das Grundwasser vergiftet, weil dort unzählige kleine Uranminen und Bohrlöcher ungesichert offen liegen. In Indien hantierten Adivasi als einfache Arbeiter ohne Schutzkleidung mit Uran-Fässern. Hochgiftiger Staub und Abraum verseuchten ihre Felder und Flüsse. Aber auch Inuit in Kanada, Sami in Schweden, Tibeter, Uiguren und Mongolen in China, Papua in Westpapua/Indonesien und indigene Völker in Vietnam seien durch den Abbau von Uran bedroht.




