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Billiger Fisch durch Sklavenarbeit von Kindern

wvFriedrichsdorf. – Das Kinderhilfswerk World Vision veröffentlicht anlässlich des internationalen Tages gegen Kinderarbeit am Sonntag eine neue Studie, die Zwangs- und Sklavenarbeit in der Fischereiwirtschaft in der asiatischen Mekong-Region im Fokus hat. In Thailand, Burma, Vietnam, Kambodscha, Laos und der chinesischen Yunnan-Provinz schuften nach Recherchen von World Vision mehrere hunderttausend Kinder und Jugendliche sowie junge Erwachsene oft unter menschenunwürdigen Bedingungen in dieser Branche.

Ein Teil dieser Kinder wird nach Angaben des internationalen Kinderhilfswerks über Ländergrenzen hinweg entführt. In der Studie sind unter anderem Fälle dokumentiert, in denen Jungen gewaltsam von Myanmar nach Thailand verbracht und dort auf Fischerbooten monatelang zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Sehr häufig würden von Menschenhändlern auch falsche Versprechungen gemacht und die Kinder und Jugendlichen so auf die Fischkutter gelockt. Dort müssten sie oft Monate oder Jahre lang ohne Lohn und ausreichend Nahrung arbeiten.

Viele der Länder im asiatischen Raum haben Konventionen gegen Kinderarbeit unterzeichnet – aber es fehle an Möglichkeiten, die Absicht auch in die Tat umzusetzen, erklären die Experten von World Vision. Aufsichtsbehörden, wenn es sie denn gibt, seien schlecht ausgestattet und personell unterbesetzt. „Das bedeutet in der Konsequenz auch, dass der deutsche Verbraucher nie ganz sicher sein kann, dass sein Fisch nicht unter menschenunwürdigen Bedingungen gefangen wurde“, sagt Silvia Holten, Sprecherin des Kinderhilfswerks. „Denn oft findet mitten auf hoher See ein Austausch des Fangs zwischen den Booten statt. Und so können die Fischereibetreiber die Herkunft ihrer Ware verschleiern.“

Der UN-Organisation FAO zufolge ist Fischerei eine der gefährlichsten Beschäftigungen überhaupt. Die betroffenen Kinder würden in allen Bereichen eingesetzt, beim Fang auf hoher See, beim Reinigen von Fischen und Krabben, bei der Reparatur von Netzen und beim Transport und Verkauf der Ware.

Langfristig helfen gegen Kinderarbeit nur Armutsbekämpfung, bessere Gesetze und deren tatsächliche Umsetzung vor Ort, so World Vision. Dazu gehörten auch begleitende Projekte wie die bessere Ausbildung von Kindern. Allein in der Mekong-Region fördert World Vision 20 Projekte, in denen ehemaligen Kinderarbeitern berufliche Perspektiven ermöglicht werden. Doch auch der deutsche Verbraucher kann etwas gegen Kinderhandel und -ausbeutung tun. Fair gehandelte Produkte versprechen ein zumindest deutlich höheres Maß an sozialen und ökologischen Standards bei der Herstellung und dem Handel mit Fischerei-Produkten.

Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsagentur (ILO) und der Vereinten Nationen arbeiten weltweit etwa 200 Millionen Kinder unter 18 Jahren, 120 Millionen davon unter ausbeuterischen Verhältnissen. Sie schuften auf Baumwollfeldern, in Steinbrüchen oder Textilbetrieben. Sie sorgen mit ihrer Arbeit dafür, dass Produkte in den Industriestaaten besonders billig angeboten werden können. Je nach Region arbeiten etwa zwei bis fünf Prozent dieser Kinder und Jugendlichen in der Fischindustrie.

www.worldvision.de

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