
Die Belagerung des Klosters Kirti und die gewaltsame Niederschlagung der Proteste im Osten Sichuans hatten weltweit für Empörung gesorgt. „Das ‚Verschwindenlassen‘ von friedlich demonstrierenden Mönchen illustriert besonders deutlich die Hilflosigkeit der chinesischen Behörden im Zusammenhang mit demokratischen Bestrebungen im eigenen Land. China fürchtet den arabischen Virus“, sagte Grader. Schließlich habe es in jüngster Zeit auch in anderen Provinzen der Volksrepublik immer wieder spontane Massendemonstrationen gegeben.
Zu den Demonstrationen in der chinesischen Provinz Sichuan war es gekommen, nachdem Mitte März ein 21-jähriger tibetischer Mönch an den Folgen einer Selbstanzündung starb. Nach anhaltenden Protesten stürmte die chinesische Polizei nach Angaben der Tibet Initiative schließlich das belagerte Kloster Kirti, in dem zu diesem Zeitpunkt mehr als 2.000 Mönche von der Außenwelt abgeschnitten waren, und transportierte mehr als 300 Mönche zur „patriotischen Umerziehung“ ab. Zahlreiche Menschen versuchten, die Mönche durch Blockaden zu schützen. Ein 60-jähriger Mann und eine 65-jährige Frau seien dabei ums Leben. Die Lage in der Region ist nach wie vor angespannt, und es komme immer noch zu Festnahmen, so die TID.
Die Tibet Initiative Deutschland (TID) setzt sich seit ihrer Gründung 1989 für das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes und die Wahrung der Menschenrechte in Tibet ein. Bundesweit haben nahezu 2.000 Mitglieder rund 60 ehrenamtliche Regionalgruppen gebildet.




