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Mauretanien: 13 Menschenrechtler verhaftet

mauretanien_staatswappen_100Göttingen. – In Mauretanien sind 13 Menschenrechtler nach Protesten gegen die dort noch immer praktizierte Sklaverei festgenommen worden. Sie würden seit einer Woche in Haft gehalten, teilte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Donnerstag in Göttingen mit. Neun Demonstranten seien bei dem Polizeieinsatz zur Beendigung der Proteste in Arafat, einer Vorstadt von Noaukchott, verletzt worden. Die Menschenrechtsorganisation fordert die sofortige Freilassung der Gefangenen.

„Die willkürliche Verhaftung der Menschenrechtler zeigt, dass Mauretaniens Behörden diese menschenverachtende Praxis trotz geltender Anti-Sklaverei-Gesetze nicht entschieden bekämpfen. Ihnen ist der Schutz von Sklavenhaltern wichtiger als die Sicherheit von Menschenrechtlern“, kritisierte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. Rund 500.000 schwarzafrikanische Haratin würden in Mauretanien noch immer als Sklaven gehalten. Die meisten seien Frauen und Kinder, die unentgeltlich Hausarbeit verrichten müssen.

Im aktuellen Fall hatte die mauretanische Menschenrechtsorganisation IRA (Initiative zur Wiederbelebung der Abschaffungsbewegung) am 31. Juli Strafanzeige gegen die mutmaßliche Sklavenhalterin Aichetou Mint Saibott gestellt. IRA warf ihr vor, das zehnjährige Mädchen Ouaichita Mint Hamady zu versklaven. Sowohl das Kind als auch Nachbarn hatten bestätigt, dass das Mädchen misshandelt und ausgebeutet wird.

Ein Cousin der Beschuldigten, der in dem ermittelnden Polizeikommissariat in Arafat arbeitete, habe die Sklavenhalterin informiert und ihr geraten, das Mädchen zu verstecken und alle Anschuldigungen zurückzuweisen, berichtete die GfbV. So habe sie bei ihrer Vorladung bestritten, die Zehnjährige zu kennen. Da die Polizei keine Anstalten unternommen habe, die Kindersklavin in Sicherheit zu bringen, hätten Menschenrechtler der IRA einen friedlichen Sitzstreik vor dem Polizeikommissariat organisiert. Daraufhin sei die Beschuldigte schließlich festgenommen worden.

In der Nacht zum 3. August 2011 griffen nach Angaben der GfbV jedoch Mitglieder ihrer einflussreichen Familie das Kommissariat und die davor demonstrierenden Menschenrechtler an und forderten die sofortige Freilassung der Sklavenhalterin. Die Angreifer, zu denen mit Mahmoudi Ould Saibott auch ein enger Freund des mauretanischen Staatspräsidenten gezählt habe, hätten die Menschenrechtler als „Hunde“ beschimpft und seien handgreiflich geworden. Schließlich sei die mutmaßliche Sklavenhalterin freigelassen worden. Die Menschenrechtler setzen ihren Sitzstreik jedoch fort, bis die Polizei sie am 4. August zum Teil verhaftete und unter Einsatz von Schlagstöcken und Wasserwerfern auseinandertrieb.

www.gfbv.de

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