
Die Hauptgründe für die hohe Zahl von Analphabeten sind laut UNESCO-Weltbildungsbericht 2011 fehlende Bildungsprogramme und mangelndes politisches Engagement. „Weltweit geben Regierungen zu wenig Geld für Bildung aus. Die Finanzkrise hat die Situation weiter verschärft. Dabei leistet die Alphabetisierung einen wichtigen Beitrag, um Wohlstand und Frieden zu fördern“, sagte Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission.
Die Zahl der Analphabeten ist der UNESCO zufolge zwar seit dem Jahr 2000 von etwa 860 Millionen um mehr als 60 Millionen gesunken. In den letzten Jahren habe es jedoch kaum Fortschritte gegeben. Setze sich die aktuelle Entwicklung fort, würden im Jahr 2015 etwa 710 Millionen Menschen nicht lesen und schreiben können.
Analphabetismus sei auch eine Herausforderung für Industriestaaten, mahnt die Deutsche UNESCO-Kommission. In Deutschland können nach einer im Jahr 2011 veröffentlichten Studie der Universität Hamburg etwa 2,3 Millionen Menschen zwar einzelne Wörter lesend verstehen oder schreiben, nicht jedoch ganze Sätze. Damit sind mehr als vier Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung in Deutschland von Analphabetismus betroffen.

Um gute Praxisbeispiele zur Alphabetisierung aus aller Welt bekannt zu machen, vergibt die UNESCO am Welttag der Alphabetisierung jährlich vier internationale Preise. Sie gehen in diesem Jahr an Projekte in Burundi, Mexiko, in den USA und in der Demokratischen Republik Kongo. Die Preisverleihung findet am 8. September zum Welttag der Alphabetisierung in Neu-Delhi statt.
Die Vereinten Nationen haben für den Zeitraum 2003 bis 2012 die Weltdekade der Alphabetisierung ausgerufen. Die von der UNESCO koordinierte Dekade hat das Ziel, die Analphabetenrate bei Erwachsenen bis zum Jahr 2015 um die Hälfte zu reduzieren. 2011 widmet sich der Welttag der Alphabetisierung dem Thema „Alphabetisierung und Frieden“.




