
Der CBG zufolge werden immer mehr Pharma-Studien werden nach Indien verlagert. Allein im vergangenen Jahr starben nach Angaben des indischen Gesundheitsministeriums 668 Menschen bei Pharma-Tests. Ein Großteil der Studien wurde im Auftrag von internationalen Firmen wie Novartis, Pfizer und Merck durchgeführt. „Allein bei der Durchführung klinischer Studien von BAYER kamen innerhalb von vier Jahren 138 Versuchspersonen ums Leben“, so die CBG.
Die Todesfälle seien zum Teil auf Vorerkrankungen der Probanden zurückzuführen, z.B. Krebs, berichtete die CBG. Offiziell seien aber im vergangenen Jahr 22 Fälle tödlicher Nebenwirkungen bestätigt worden, darunter vier bei Studien für das Thrombosemittel Xarelto von BAYER (Wirkstoff Rivaroxaban). Da die Daten auf Angaben der Pharmafirmen basierten und keine unabhängigen Kontrollen durchgeführt würden, könnten die tatsächliche Zahlen weit höher liegen, befürchtet die CBG. BAYER habe den Hinterbliebenen der Xarelto-Opfer Entschädigungen von durchschnittlich 5.250 US-Dollar gezahlt.
Die Coordination gegen BAYER-Gefahren forderte am Dienstag in einem Offenen Brief an den Vorstandsvorsitzenden Marijn Dekkers Aufklärung. In dem Schreiben heißt es: „Wir fordern Sie auf, alle relevanten Daten zu klinischen Studien in Indien in den vergangenen fünf Jahren offen zu legen.“ Die CBG fragt unter anderem nach Zahl und Dauer der Studien, den untersuchten Medikamenten, den beauftragten Subunternehmen sowie nach der Häufigkeit von Nebenwirkungen und Todesfällen.
Auch in Ländern wie Kolumbien, Pakistan, Moldawien, Philippinen, China oder Russland führe BAYER Pharma-Tests durch, so die CBG. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert eine Nicht-Anerkennung pharmakologischer Studien, die nicht von unabhängiger Seite überprüft werden.



