
Die Botschaft des 3. Mai laute, dass jeder Journalist überall auf der Welt das Recht haben muss, frei und ohne Angst berichten zu können, so die UNESCO. Pressefreiheit sei aber in vielen Ländern ein unerreichtes Ideal. Allein 2004 hat die UNESCO über 44 Mordfälle an Journalisten berichtet. Auch die Zahl willkürlicher Inhaftierungen von Medienschaffenden nehme weiterhin zu. Dagegen will die UNESCO mit der Verleihung des Guillermo Cano-Preises ein Signal setzen.
Träger des UNESCO-Preises 2005 ist der 40jährige Cheng Yizhong. Als Chefredakteur der Tageszeitung Nanfang Dushi Bao (Southern Metropolis Daily) hat er sich laut UNESCO für eine unabhängige und kritische Berichterstattung eingesetzt. Die Zeitung berichtete als erste über die SARS-Epidemie und über einen Todesfall in einer kantonischen Polizeistation. Weil Cheng diese Tabu-Themen öffentlich machte, wurde er zusammen mit seinen Kollegen Yu Huafeng und und Li Minying für fünf Monate inhaftiert. Seit seiner Freilassung im August 2004 darf er nicht mehr als Journalist arbeiten, obwohl keine formelle Anklage gegen ihn erhoben wurde.
Der mit 25.000 US-Dollar dotierte UNESCO-Preis für Pressefreiheit geht schon zum zweiten Mal an einen chinesischen Journalisten. Die erste Preisträgerin 1997 war die Dissidentin Gao Yu, die sich damals wegen „Verrats von Staatsgeheimnissen“ im Gefängnis befand. Nach der Verleihung des UNESCO-Preises wurde sie aus der Haft entlassen.

Der 3. Mai wurde auf Vorschlag der UNESCO am 20. Dezember 1993 von der UNO-Generalversammlung zum Welttag der Pressefreiheit erklärt. Er erinnert an die „Erklärung von Windhoek“ vom 3. Mai 1991. In ihr wird eine unabhängige, pluralistische und freie Presse als fundamental für die Entwicklung demokratischer Gesellschaften definiert.
Informationen der UNESCO zum Tag der Pressefreiheit
Deutsche UNESCO-Kommission




