
„Mauretaniens Regierung lässt Sklavereikritiker systematisch einschüchtern und wie Terroristen behandeln“, kritisierte die GfbV, „damit behindert sie gezielt den Kampf gegen Sklaverei.“ Noch immer gebe es bis zu 500.000 Sklaven in dem westafrikanischen Land.
Das Engagement für ein Ende der Sklaverei hat nach Angaben der GfbV 2012 in Mauretanien noch andere schwere Rückschläge erlebt. So habe Staatspräsident Ould Abdel Aziz mehrfach öffentlich geleugnet, dass in seinem Land noch immer Sklaven gehalten werden. Außerdem seien alle Versuche gescheitert, Sklavenhalter vor Gericht zur Rechenschaft zu ziehen. Denn das oberste Gericht Mauretaniens habe ein Gerichtsurteil gegen einen Sklavenhalter wieder aufgehoben. „Damit wurde das Vertrauen der Sklaven in die Unabhängigkeit der Justiz erschüttert. Viele sind entmutigt, Gerechtigkeit zu suchen“, berichtete die GfbV.
Statt den Kampf gegen Sklaverei zu fördern und ehemalige Sklaven nach besten Kräften zu unterstützen, gehe Mauretaniens Regierung gegen alle vor, die das Tabu-Thema ansprechen, so die GfbV. „Das ist ein Rückfall in die Politik der 80er- und 90er-Jahre, als schon Interviews mit ausländischen Medien zur Sklaverei genügten, um Menschenrechtler zu mehrmonatigen Haftstrafen zu verurteilen“, kritisierte die GfbV. „So ist nun die internationale Gemeinschaft gefordert, Mauretanien daran zu erinnern, dass es nicht ausreicht, die Sklaverei per Gesetz abzuschaffen. Entscheidend sind die Fortschritte, die bei der Befreiung der Sklaven tatsächlich erzielt werden. Ganz wichtig ist auch, dass die Eingliederung der befreiten Sklaven in die mauretanische Gesellschaft mit mehr Nachdruck betrieben wird.“
Der Internationale Tag zur Abschaffung des Sklavenhandels wurde 1998 durch die UNESCO proklamiert und findet jährlich am 23. August statt.




