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Kinder in bewaffneten Konflikten besser schützen

wvBerlin. – Das Kinderhilfswerk World Vision hat begrüßt, dass Deutschland das Thema „Kinder in bewaffneten Konflikten“ am 19. September auf die Agenda der Sitzung des UN-Sicherheitsrates gesetzt hat. „Kinder in Krisenländern sind die bedauernswertesten und anfälligsten Mitglieder unserer Gemeinschaft und brauchen unseren ganz besonderen Schutz. Wir bedanken uns bei der deutschen Regierung, dass sie dieses Thema zu einem Schwerpunkt ihres Vorsitzes gemacht hat“, sagte Ekkehard Forberg, Experte für Friedensförderung bei World Vision.

„Es ist unvorstellbar, welche Leiden Kinder in kriegerischen Auseinandersetzungen durchmachen müssen“, betonte Forberg. So würden Kinder gezielt von Konfliktparteien entführt, sie würden als Kindersoldaten eingesetzt, sie seien sexueller Gewalt ausgesetzt und würden verstümmelt oder getötet.  

Die UNO zieht die Verursacher zur Rechenschaft. Bei schweren Verbrechen gegen Kinder in Konfliktgebieten werden die dafür verantwortlichen Regierungen oder Konfliktparteien von der „Beauftragten des UN Generalsekretärs für Kinder in bewaffneten Konflikten“ auf eine sogenannte „Liste der Schande“ gesetzt. Bei Nichteinhaltung von Auflagen führt dies im weiteren Verlauf zu Sanktionen, die die meisten Konfliktakteure vermeiden wollen. Die Anwendung dieser „Liste der Schande“ hat daher eine präventive Wirkung.

World Vision fordert, dass neben der Beobachtung und Auflistung von schweren Kinderrechtsverletzungen die betroffenen Kinder selbst stärker mit einbezogen werden. Gerade in bewaffneten Konflikten und Krisengebieten müssten Kinder in die Lage versetzt werden, selbst etwas zu ihrem Schutz beitragen zu können: Sie müssten wissen, an wen sie sich wenden können, mit wem sie sich zusammentun können, was ihre Rechte sind, und inwiefern sich die Regierung und die Konfliktparteien auf die Einhaltung der Kinderrechte verpflichtet haben. Kinder müssten aufgeklärt und gestärkt werden und müssten selbst die Möglichkeit haben, ihre Stimme zu erheben. Allerdings stünden die Sicherheit und der Schutz der Kinder an erster Stelle und eine Beteiligung müsse unter Berücksichtigung des jeweiligen Kontextes erfolgen.

In den letzten Monaten wurden World Vision zufolge im Rahmen des UN-Mechanismus zum Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten eine Reihe von Fortschritten erzielt. So seien von den Regierungen des Südsudans und der Regierung Myanmars entsprechende Aktionspläne unterzeichnet worden, um Kindersoldaten zu demobilisieren. Auch die Übergangsregierung Somalias habe einen Aktionsplan unterschrieben, um Kinder vor Verstümmelung und Tod zu bewahren. World Vision fordert, dass diese Aktionspläne nunmehr umgesetzt und von der UNO die entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden, sollte es weiterhin zu fortgesetzten Kinderrechtsverletzungen kommen.

In Konfliktregionen werden Räume, in denen sich Kinder aufhalten, wie z.B. Schulen und Krankenhäuser, oft von gegnerischen Parteien als Unterschlupf missbraucht, in der Hoffnung, dass diese nicht angegriffen werden. Das Gegenteil ist oft der Fall. Bei Angriffen werden dann auch Kinder, Frauen und Kranke verletzt und getötet. „Räume für Kinder und Hilfsbedürftige müssen von allen Parteien besonders geachtet und geschützt werden“, forderte Forberg. Auch hier habe Deutschland bereits viel erreicht. Gezielte Angriffe auf Schulen und Hospitäler wurden mit als Kriterium für Kinderrechtsverletzungen in den Maßnahmenkatalog des UN-Mechanismus zum Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten aufgenommen – unter deutschem Vorsitz des UN Sicherheitsrates im Juli 2011. Entsprechende Aktionspläne mit Konfliktparteien, die sich daran nicht halten, wurden aber noch nicht unterzeichnet – die Implementierung steht also noch aus.

Die humanitäre Hilfe in Ländern, in denen Kriege und Konflikte herrschen oder in denen keine funktionierenden staatlichen Strukturen bestehen, ist eine große Herausforderung. Kinder, so World Vision, leiden besonders unter instabilen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Sie sind doppelt so oft unterernährt und dreimal so oft wie andere Kinder in der Gefahr, keine Schule besuchen zu können. Laut UNESCO leben 42 Prozent der Kinder, die keine Schule besuchen, in Konfliktländern.

www.worldvision.de

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