
In vielen Teilen der Welt, vor allem aber in den ärmsten Ländern, seien Mädchen nach wie vor eine der am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen, betonte Kopp. „Mädchen und Frauen tragen oft die Hauptlast für das Überleben der Familie. Ich begrüße es, dass durch den Welt-Mädchentag gezielt auf die in vielen Teilen der Welt schwierige Situation von Mädchen aufmerksam gemacht wird. Vor allem Mädchen und junge Frauen werden häufig Opfer von sexueller Gewalt, zumeist ohne Aussicht auf rechtlichen Beistand und Strafverfolgung der Täter. Fehlender Zugang zu Bildung, mangelhafte Gesundheitsversorgung und Ausbeutung auf ganz unterschiedlichen Ebenen, wie zum Beispiel fehlendes Erbrecht, beeinträchtigen außerdem die Entwicklungsmöglichkeiten und Lebenschancen junger Frauen erheblich.“
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat mit dem Positionspapier „Junge Menschen in der deutschen Entwicklungspolitik – Beitrag zur Umsetzung der Rechte von Kindern und Jugendlichen“ sein Menschenrechtskonzept konkretisiert und eine verbindliche Grundlage für entwicklungspolitische Vorhaben geschaffen. Die deutsche Entwicklungspolitik ziele darauf ab, so das BMZ, die Kooperationsländer bei der Umsetzung der internationalen Menschenrechtsabkommen einschließlich der „Konvention über die Rechte des Kindes“ (KRK) zu unterstützen.
Maßnahmen der bilateralen Zusammenarbeit sollen dabei im Rahmen des jeweiligen kulturellen und regionalen Kontextes die Bedürfnisse der unterschiedlichen Altersgruppen und ihre jeweiligen sozialen Lebenslagen berücksichtigen. „In der multilateralen Zusammenarbeit unterstützen wir zahlreiche Unterorganisationen der Vereinten Nationen, wie z.B. UNICEF, UNFPA (United Nations Population Fund) und UN-Women bei der Umsetzung der Millenniumentwicklungsziele. Gerade die Bereiche ‚Zugang zu Bildung‘ und ‚Gesundheit‘ sind für Mädchen und damit automatisch für die Entwicklung eines Landes von existenzieller Bedeutung“, sagte Gudrun Kopp.
Aus Anlass des ersten Weltmädchentages verleiht die Nichtregierungsorganisation Plan International am 11. Oktober den „Ulrich Wickert Preis“ für Kinderrechte. Staatssekretärin Kopp wird bei dieser Veranstaltung auch über die Gleichberechtigung der Geschlechter sprechen.
„Gerade vor dem Hintergrund der internationalen Mädchenrechte ist die Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter ein zentrales Anliegen und Qualitätsmerkmal der deutschen Entwicklungspolitik“, so Kopp. „Gleichberechtigung ist zuallererst ein Menschenrecht und wesentlicher Bestandteil guter Regierungsführung. Die Gleichberechtigung der Geschlechter führt aber auch zu mehr Produktivität und nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung. Deshalb hat das BMZ ein Zehn-Punkte-Programm zur weiteren Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter vorgelegt. Es besteht immer noch dringender Handlungsbedarf – und zwar gerade bei Mädchen.“
Kopp bekräftigte die Position der Bundesregierung: „Deutschland hat sich dazu verpflichtet, sich weltweit für die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen einzusetzen und wird, über den VN-Aktionstag hinaus, Kooperationsländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unterstützen, die Diskriminierung von Mädchen zu überwinden.“




