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UNICEF verurteilt Praxis der Kinderehen

unicef_neu_150Köln. – Anlässlich des ersten internationalen Mädchentages am 11. Oktober hat UNICEF zu verstärktem Einsatz gegen die anhaltende Diskriminierung von Mädchen in weiten Teilen der Welt aufgerufen. Insbesondere die verbreitete Praxis der Kinderehen stellt aus der Sicht des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen eine schwere Verletzung der Rechte von Mädchen dar – mit gravierenden Auswirkungen auf ihre Gesundheit und ihr gesamtes zukünftiges Leben.

Weltweit wurde nach Angaben von UNICEF jede dritte der heute 20- bis 24-jährigen jungen Frauen bereits als Minderjährige verheiratet – insgesamt 70 Millionen. Elf Prozent (23 Millionen Mädchen) mussten noch vor ihrem 15. Lebensjahr heiraten – meist einen deutlich älteren Partner und gegen ihren Willen. Verheiratete Mädchen sind besonders gefährdet, schon als Teenager Kinder zu bekommen.

Bei einer zentralen Aktion zum Weltmädchentag am Brandenburger Tor machten am Mittwoch die UNICEF-Botschafterinnen Sabine Christiansen und Eva Padberg und der UNICEF-Vorsitzende Jürgen Heraeus gemeinsam mit Berliner JuniorBotschafterinnen mit Worten und Musikinstrumenten lautstark auf die Benachteiligung von Mädchen aufmerksam. Für Eva Padberg, die sich seit Jahren für Kinder- und Mädchenrechte engagiert, war dies die erste Aktion als neu ernannte deutsche UNICEF-Botschafterin.

„Für ein minderjähriges Mädchen ist eine Hochzeit meist nicht der schönste Tag des Lebens – sondern das abrupte Ende seiner Kindheit“, sagte UNICEF-Botschafterin Sabine Christiansen. „In der Regel müssen Kinderbräute die Schule abbrechen und dann ein Leben in Abhängigkeit und Unterdrückung führen.“

Kinderheiraten sind eine fundamentale Verletzung der Menschenrechte. UNICEF setzt sich weltweit dafür ein, diese Praxis zu beenden. 2011 hat UNICEF in 34 Staaten entsprechende Programme durchgeführt. Erfahrungen aus so unterschiedlichen Staaten wie Äthiopien, Bangladesch, Burkina Faso, Dschibuti, Indien, Niger, Senegal und Somalia zeigen UNICEF zufolge, dass eine Kombination aus verbesserten Gesetzen, Aufklärungskampagnen und Unterstützung der Gemeinden einen positiven Wandel zum Schutz von Mädchen bewirken kann.

Obwohl die Vereinten Nationen 1994 allen Staaten empfohlen haben, das Heiratsalter auf 18 anzuheben, ist in mehr als 50 Staaten die Verheiratung von Mädchen unter 18 Jahren legal. Auch von den 113 Staaten, die 18 als Mindestalter vorschreiben, sind laut UNICEF in 57 Staaten Kinderehen trotzdem weit verbreitet. So sei Indien trotz Verboten weiter das Land mit den meisten Kinderbräuten. UNICEF unterstützt dort deshalb auf nationaler und föderaler Ebene die Entwicklung von Strategien zur Beendung von Kinderheiraten. Der Fortschritt ist messbar, geht jedoch langsam voran.

Die Folgen von Kinderheiraten sind häufig sehr frühe und ungewollte Schwangerschaften – oft mit lebensgefährlichen Konsequenzen. Jedes Jahr sterben nach Angaben von UNICEF schätzungsweise 50.000 junge Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren an Komplikationen bei der Schwangerschaft und Geburt – die häufigste Todesursache für Mädchen in dieser Altersgruppe.  Untersuchungen zeigen, dass Mädchen, die nach der Grundschule eine weiterführende Schule besucht haben, deutlich seltener vor ihrem 18. Geburtstag heiraten.

„Gute Schulen sind das beste Mittel gegen Diskriminierung und Unterdrückung“, erklärte UNICEF-Botschafterin Eva Padberg. „Gebildete Mädchen sind stärker. Sie können besser über ihr Leben selbst bestimmen!“

Trotz Fortschritten bei den Einschulungsraten von Mädchen schließen jedoch in vielen Entwicklungsländern immer noch deutlich weniger Mädchen als Jungen die Grundschule auch ab. Noch größer wird die Schere bei der weiterführenden Schulbildung.

Auch in anderen Bereichen sind Mädchen immer noch stark benachteiligt: Mädchen müssen früher arbeiten, sind traditionellen Riten wie Genitalverstümmelung ausgesetzt und haben weniger Wissen und Möglichkeiten, sich vor einer Ansteckung mit HIV/ Aids zu schützen.

www.unicef.de

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