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NGOs: Mädchen gezielt fördern

unoBerlin. – Am ersten Welt-Mädchentag der Vereinten Nationen haben nichtstaatliche Organisationen (NGOs) an die Diskriminierung von Mädchen in zahlreichen Ländern und Gesellschaften erinnert. Mädchen sollten deshalb gezielt gefördert werden. „Die strukturelle Diskriminierung von Mädchen ist ein Skandal. Es ist gut, dass die Vereinten Nationen mit einen Welt-Mädchentag darauf aufmerksam machen und Abhilfe schaffen wollen“, erklärte Danuta Sacher, Vorstandsvorsitzende von terre des hommes.

Bereits vor der Geburt, so das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes, fallen trotz gesetzlichen Verbotes allein in Indien Millionen weiblicher Föten selektiver Abtreibung zum Opfer. Mädchen werden bei der Versorgung mit Nahrung und Medizin benachteiligt, so dass ihre Sterblichkeitsrate deutlich höher ist als die gleichaltriger Jungen. Sie werden als Kinder vor der körperlichen Reife ungefragt verheiratet, ihnen drohen ungewollte Schwangerschaften und ein früher Tod im Kindbett.

Auch die Bildungssituation von Mädchen ist deutlich schlechter als die der Jungen: Weltweit besuchen 75 Millionen Mädchen nicht einmal die Grundschule oder zumindest den untersten Jahrgang einer weiterführenden Schule. „Der Schlüssel für Verbesserungen liegt nach den Erfahrungen aus unseren Programmen in der Aufklärung der Eltern und der besseren Schul- und Berufsausbildung für Mädchen“, so Danuta Sacher. „Wichtig ist auch, ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Das hilft ihnen, sich in der Gemeinschaft gegen Zwang und Ausbeutung zur Wehr zu setzen.“

Eines der zahlreichen von terre des hommes unterstützten Projekte, die diesem Ansatz folgen, unterstützt Mädchen im indischen Bundesstaat Rajasthan. Dort werden in der Regel Mädchen vor Vollendung des 15. Lebensjahres verheiratet und aus der Schule genommen.

Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat terre des hommes dort in 20 Dörfern ein Schutzprogramm mit mehr als 1.500 Frauen und Mädchen gestartet. Aufklärungskampagnen richten sich an die Eltern, betroffene Mädchen erhalten gezielte sozialmedizinische Hilfen und Beistand bei Schwangerschaften. In Selbsthilfegruppen, die von Gemeindemitarbeiterinnen betreut werden, lernen die Frauen und Mädchen, ihre Interessen zu vertreten und sich an öffentlichen Förderprogrammen zu beteiligen.

Die Stiftung Weltbevölkerung verweist darauf, in Entwicklungsländern sei jedes dritte Mädchen mit 18 Jahren verheiratet, zehn Prozent seien bei der Eheschließung sogar jünger als 15 Jahre. Bis zum Jahr 2020 werden voraussichtlich 50 Millionen Mädchen mit 15 Jahren verheiratet sein – doppelt so viele wie heute.

Eine besondere Gefahr für die Mädchen sind frühe Schwangerschaften. Komplikationen bei der Schwangerschaft oder Geburt sind die Haupttodesursache für Mädchen in Entwicklungsländern. Da ihr Körper noch nicht reif genug für eine Schwangerschaft ist, haben Teenager ein doppelt so hohes Risiko, während der Schwangerschaft oder bei der Geburt zu sterben, wie Frauen über 20 Jahre. Jedes Jahr sterben so etwa 70.000 Mädchen. Bei Mädchen im Teenageralter treten während der Schwangerschaft zudem häufiger als bei erwachsenen Frauen gesundheitliche Probleme wie Bluthochdruck und Blutarmut auf.

„Die zunehmende Verbreitung von Kinderehen ist dramatisch. Denn für tausende Mädchen bedeutet dies den sicheren Tod“, erklärt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung. „Hinzu kommt, dass verheiratete Mädchen schlechtere Bildungschancen haben und häufig sexueller Gewalt ausgesetzt sind. Die Rechte von Mädchen dürfen nicht länger mit Füßen getreten werden. Deshalb muss die Kinderrechtskonvention von 1989, die Mädchen die gleichen Rechte wie Jungen zuspricht, endlich umgesetzt werden.“

www.tdh.de
www.weltbevoelkerung.de

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