Berlin. – Im Jahr 2012 sind weltweit 88 Journalisten und 47 Blogger bei ihrer Arbeit getötet worden. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Jahresbilanz 2012 von Reporter ohne Grenzen (ROG) hervor. Die Organisation verzeichnete mehr Opfer als je zuvor. Reporter ohne Grenzen hatte die erste Jahresbilanz 1995 vorgelegt.
„Zu den enorm hohen Opferzahlen haben vor allem der Syrien-Konflikt, die Gewalt der Taliban in Pakistan und der Bürgerkrieg in Somalia beigetragen“, sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske in Berlin.
Zu den gefährlichsten Einsatzorten für Journalisten zähle neben den Bürgerkriegsländern Syrien und Somalia das von den Taliban und Stammesrivalitäten destabilisierte Pakistan, so ROG. Auch in Mexiko und Brasilien, wo Drogenkartelle und Banden die Staatsmacht herausfordern, sind Journalisten besonders gefährdet.
Die meisten inhaftierten Journalisten und Blogger zählte Reporter ohne Grenzen 2012 in der Türkei, wo sich die Zahl der Festnahmen seit der Verschärfung des Kurdenkonflikts verdoppelte, sowie in China, wo die Regierung die Zensur vor dem Parteitag enorm verschärfte. Zahlreiche Journalisten sitzen zudem in Syrien und im Iran im Gefängnis sowie in Eritrea, das seit Jahren den letzten Platz auf der ROG-Rangliste einnimmt.
„Die Zahlen der getöteten, festgenommenen und verfolgten Journalisten sind erschreckend hoch und im Vergleich zum Vorjahr zum Teil stark gestiegen“, sagte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP). „Pressefreiheit ist und bleibt die Mutter aller Freiheiten. Ohne sie kann es kein freies und menschenwürdiges Leben geben. Der Mut von Journalisten und Bloggern, die sich oft unter großer Gefahr für Freiheit und Menschenrechte einsetzen, ist bewundernswert. Diesen Menschen gebührt unser größter Respekt. Ich fordere alle Regierungen weltweit auf, die Pressefreiheit in ihrem Land zu garantieren und Journalisten vor Verfolgung zu schützen.“




