
„Wir rufen die syrischen Behörden auf, Darwish freizulassen und ihm Zugang zu einem Anwalt zu gewähren“, erklärte Mihr. Als Medium des Jahres 2012 würdigte Reporter ohne Grenzen die afghanische Tageszeitung 8Sobh („Acht Uhr morgens“).
Mazen Darwish hatte ROG zufolge 2004 das Syrische Zentrum für Medien und Meinungsfreiheit (SCM) gegründet. Zusammen mit engagierten Kollegen berichtete er über die Situation von Journalisten in Syrien und setzte sich für eine Reform des Pressegesetzes ein. Das SCM sammelte Fälle von verschwundenen Bloggern und Journalisten und gab sie an die internationale Öffentlichkeit weiter.
Die syrischen Behörden versuchten mehrmals, das Zentrum zu schließen. Am 16. Februar 2012, so ROG, stürmten Sicherheitskräfte das SCM-Büro in Damaskus und verhafteten Mazen Darwish und andere Aktivisten. Wo Darwish seitdem gefangen gehalten wird, ist unklar. ROG ist besorgt um seine Gesundheit, da der unerschrockene Journalist im Gefängnis gefoltert worden sein soll.
Die afghanische Tageszeitung 8Sobh (www.8am.af, dt.: Acht Uhr morgens) bemühe sich als eine der wenigen Zeitungen in Afghanistan, ausgewogen über aktuelle politische und soziale Themen zu berichten, erklärte ROG. Deshalb werde die Redaktion durch die Behörden ebenso unter Druck gesetzt wie durch die Taliban.
2007 von Journalisten und Menschenrechtsaktivisten gegründet, ist 8Sobh heute die größte Tageszeitung Afghanistans. Sie erscheint in sechs Provinzen und allen größeren Städten des Landes. „Noch haben es unabhängige Medien in Afghanistan sehr schwer“, sagte 8Sobh-Herausgeber Sanjar Sohail gegenüber ROG, „aber ich bin überzeugt, dass der afghanische Staat – nicht zuletzt dank mutiger Berichte in der Presse – mit der Zeit transparenter und demokratischer wird.“
Reporter ohne Grenzen belegt in der aktuellen Jahresbilanz der Organisation, wie stark Journalisten durch den Bürgerkrieg in Syrien und die Gewalt der Taliban im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet bedroht sind.




