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Kontroverse um „Brot statt Böller“-Appell

brot boeller 150Berlin. – Wie in jedem Jahr appelliert das evangelische Entwicklungswerk Brot für die Welt zum Jahreswechsel an die Deutschen, unter dem Motto „Brot statt Böller“ für die Bekämpfung des Hungers zu spenden statt das Geld für Silvester-Raketen zu verpulvern. Und wie in jedem Jahr findet die Aktion 3. Welt Saar (A3WS) diesen Appell „lustfeindlich“.

„Wir laden dazu ein, das neue Jahr mit einer Investition in nachhaltige Zukunftschancen von Menschen zu erhellen, statt mit dem Geld für Minuten nur den Nachthimmel zu erleuchten“, erklärte die Präsidentin von Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel. Ein Feuerwerk mache unbestreitbar vielen Menschen Spaß, aber es vernichte auch allein in Deutschland 100 Millionen Euro und belaste die Atmosphäre.

„Bei den guten Vorsätzen für das neue Jahr sollten wir die Menschen nicht vergessen, die die Schäden, die wir mit unserem nicht nachhaltigen Lebensstil weltweit anrichten, besonders spüren“, mahnte Füllkrug-Weitzel. „Teilen macht Freude“, so die Präsidentin, „es vermehrt Hoffnung, Licht und Chancen – bei mir selber und anderen.“ 



Brot für die Welt bietet für Spenden auch den Weg über eine SMS an: Eine SMS mit dem Stichwort „Brot“ an die 81190 schicken, und 5 Euro werden mit der nächsten Rechnung vom jeweiligen Mobilanbieter abgebucht und an Brot für die Welt überwiesen. 



Die Aktion „Brot statt Böller“ blickt auf eine über 30-jährige Tradition zurück. Erstmals sammelte die evangelische Kirchengemeinde Bargteheide (Schleswig-Holstein) 1981 unter diesem Motto Spenden für Brot für die Welt. 

In diesem Jahr unterstützt das evangelische Entwicklungswerk rund 2.500 Selbsthilfe- und Lobbyprojekte in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa. Im Zentrum stehen die Bekämpfung des Hungers und die Wahrung der Menschenrechte.

Die Aktion 3. Welt Saar (A3WS) hingegen forderte, den Appell „Brot statt Böller“ einzustellen. „Der Aufruf trägt eine gehörige Portion Lustfeindlichkeit zur Schau und appelliert lediglich an das schlechte Gewissen“, erklärte Hans Wolf vom Vorstand der Aktion 3. Welt Saar.

„Der Einsatz für Gerechtigkeit und Solidarität führt ins Leere, wenn er mit einer Leidensmiene und dem moralischen Zeigefinger einher geht“, so Hans Wolf. Zum Wesen des Menschen gehöre in allen Kulturen das Feiern, der Rausch, die Verausgabung – für manche eben auch die Freude am Feuerwerk. Dies sollte respektiert werden. Dass Menschen hungern, obwohl es genügend Nahrungsmittel gibt, liege an der Verteilung und an der Verwendung von Nahrungsmitteln als Viehfutter. „Denn Hunger ist kein Schicksal, sondern wird gemacht.“

www.brot-fuer-die-welt.de/brotstattboeller
www.a3wsaar.de

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