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Zivilisten fliehen vor neuen Kämpfen im Kongo

wvFriedrichsdorf. – Im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind erneut mehr als 5.000 Menschen auf der Flucht. Sie hätten die Region Süd-Kivu verlassen, nachdem sich Kämpfer der Dorfmilizen Raia Mutombuki (Swahili für „wütende Bürger“) Gefechte mit Regierungssoldaten nahe der Ortschaft  Mulamba lieferten. Das berichtete das internationale Kinderhilfswerk World Vision am Freitag in Friedrichsdorf.

„Die Zivilisten sind Hals über Kopf geflohen“, sagte Maurice Omollo von World Vision Kongo. „Sie haben kein Wasser, keine Nahrung und campieren in Schulen und Kirchen. Unter ihnen sind auch viele Kinder. Sie brauchen dringend Unterstützung.“

Die Raia Mutomboki gehören World Vision zufolge zu den Mai-Mai-Milizen. Sie hätten sich 2005 in der Gegend um Shabunda in Süd-Kivu gegründet und lange Zeit als lokale Bürgerwehr agiert, um Dörfer vor Übergriffen durch Regierungssoldaten, andere Dorfmilizen und Rebellengruppen zu schützen. In den vergangenen zwei Jahren habe sich Raia Mutomboki stark ausgeweitet. Sie gelte mittlerweile als stärkste Dorfmiliz in der Region, sei aber dezentral organisiert und gleiche eher einem lockeren Verbund von einzelnen bewaffneten Gruppen. Immer wieder gebe es Vorwürfe, die Milizen selbst würden schwere Menschenrechtsverletzungen begehen.  

Die jüngsten Kämpfe sind möglicherweise Ausdruck eines Machtkampfes um die Vorherrschaft in der Region zwischen Regierungssoldaten und Raia Mutomboki. „Leidtragende ist wieder einmal die Zivilbevölkerung in der Region. Und den Flüchtlingen zu helfen ist angesichts der unsicheren Lage fast unmöglich“, sagte Maurice Omollo. Die regionalen Regierungsbehörden hätten angesichts der katastrophalen Lage die Hilfsorganisationen zur Unterstützung aufgerufen und den sicheren Zugang zu den Flüchtlingen verlangt.  

Die jüngsten Auseinandersetzungen, so World Vision, finden vor dem Hintergrund von Friedensverhandlungen zwischen der kongolesischen Regierung und der Rebellengruppe M23 statt. Die Rebellengruppe hatte Mitte November die Provinzhauptstadt Goma und die Stadt Sake in Nord-Kivu erobert, sich aber nach Verhandlungen wieder zurückgezogen.  

Rund 180.000 Menschen leben infolge dieser Kämpfe in der Gegend zwischen Sake und Minova unter prekären Bedingungen in Notbehausungen oder bei Gastfamilien. Mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes will World Vision ihre Versorgung mit Trinkwasser und Sanitäranlagen verbessern, um ihre Gesundheit zu schützen.

www.worldvision.de

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