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Der Aufstieg des Südens

undp bericht2013 80Berlin. – Der „Aufstieg des Südens“ ist das zentrale Thema des Berichtes über die menschliche Entwicklung 2013, der am Donnerstag weltweit veröffentlicht worden ist. Der Report des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) beschreibt den tiefgreifenden globalen Wandel, den aufstrebende Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien ausgelöst haben. Im Rahmen dieser dynamischen wirtschaftlichen Prozesse wurden hunderte Millionen Menschen von der Armut befreit. Doch dieser menschliche Fortschritt geschieht in einer noch immer sehr ungleichen Welt, mahnt UNDP.

China hat Japan als zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt bereits überholt. Indien, so der Human Development Report, gestaltet seine Zukunft mit neuer unternehmerischer Kreativität und sozialpolitischen Neuerungen. Brasilien erhöht seinen Lebensstandard, indem es internationale Beziehungen ausweitet und Programme zur Armutsbekämpfung durchführt, die weltweit Nachahmung finden.

Doch der „Aufstieg des Südens“ ist ein noch viel umfassenderes Phänomen, heißt es in dem UNDP-Bericht. Indonesien, Mexiko, Südafrika, Thailand, die Türkei und mehr als 40 andere Entwicklungsländer würden zunehmend zu wichtigen Akteuren auf der Weltbühne. Jedes dieser Länder habe seine eigene Geschichte und schlage seinen individuellen Weg ein. Und doch seien ihnen wichtige Merkmale gemein, und sie würden mit vielen ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. Sie seien außerdem immer enger miteinander vernetzt und immer mehr voneinander abhängig.

Der Bericht über die menschliche Entwicklung 2013 analysiert die Ursachen und Konsequenzen des fortschreitenden „Aufstiegs des Südens“ und benennt politische Konzepte, die in dieser neuen Realität verankert sind. Er argumentiert, dass eine bessere Repräsentation des Südens im multilateralen Institutionengefüge neue Lösungsmöglichkeiten für die globalen Herausforderungen auftun könnte – im Interesse aller, des Nordens und des Südens.

„Schwellenländer durchlaufen fundamentale soziale, wirtschaftliche und ökologische Wandlungsprozesse“, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Gudrun Kopp, bei der Vorstellung des Berichts am Donnerstag in Berlin. „Auf der einen Seite verfügen sie über dynamische Volkswirtschaften mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten und großen Devisenreserven. Auf der anderen Seite leben beispielsweise in Indonesien, China und Indien 760 Millionen Menschen, denen pro Tag nicht mehr als 1,25 US-Dollar zur Bestreitung ihres Lebensunterhaltes zur Verfügung stehen. Das ist mehr als die Hälfte aller weltweit in absoluter Armut lebenden Menschen.“

Weitere Herausforderungen, so Kopp, seien die sehr hohe Mütter- und Kindersterblichkeitsrate, die teilweise ein ähnliches Niveau wie in Subsahara-Afrika erreiche, und das Angebot an angemessener Energie- und Wasserversorgung sowie von Gesundheits- und Bildungssystemen. Vor diesem Hintergrund und wegen ihres zunehmenden politischen Gewichts im globalen Ordnungsrahmen komme den Schwellenländern auch in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit eine Schlüsselrolle zu. Nur gemeinsam mit ihnen könnten globale Antworten auf zentrale Fragen wie Umwelt- und Klimaschutz,  Frieden und Sicherheit sowie Beseitigung extremer Armut gefunden werden.

„Viele Schwellenländer sind mittlerweile selber Geber“, sagte Kopp weiter. „Das begrüßen wir sehr, aber die neue Rolle als Nehmer- und Geberland ist für unsere Partner nicht immer einfach. Aus unserer Sicht muss es darum gehen, in und mit diesen Ländern Beiträge zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele (MDG’s) und Armutsbekämpfung zu leisten und den sich dort vollziehenden Strukturwandel im Sinne einer sozialen und ökologischen nachhaltigen Entwicklung zu begleiten.“

Der Human Development Report (HDR) wird seit 1990 vom UNDP veröffentlicht und stellt seitdem jährlich den Human Development Index (HDI) vor. Das Ziel des HDI ist es, Entwicklung nicht nur anhand des Nationaleinkommens zu messen, sondern auch anhand weiterer Indikatoren wie Lebenserwartung, Alphabetisierung und geschlechterspezifische Ungleichheit.

Das BMZ will in Zusammenarbeit mit dem UN-Entwicklungsprogramm und der DGVN am 13. und 14. Juni ein Entwicklungspolitisches Forum zum Thema Schwellenländer in der deutschen und internationalen Entwicklungszusammenarbeit veranstalten.

www.undp.org
www.bmz.de

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