
Bereits erreicht wurden die Ziele, den Anteil der Menschen in extremer Armut zu halbieren und den Zugang zu sauberem Trinkwasser erheblich zu verbessern, so die Stiftung Weltbevölkerung. Auch bei der Senkung der Kindersterblichkeit habe es große Fortschritte gegeben: Starben 1990 noch 12,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren, waren es 2011 noch 6,9 Millionen Kinder.
„Diese Fortschritte sind äußerst erfreulich und ein wichtiges Signal, dass sich Entwicklungszusammenarbeit lohnt“, sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung. „Sie sollten die Geberländer darin bestärken, sich in den verbleibenden 1.000 Tagen stärker für die Erreichung aller Millenniumsziele einzusetzen.“
Vor allem in den ärmsten Regionen der Welt, in denen wenig von den Fortschritten spürbar ist, bleibe viel zu tun, Bähr. Insbesondere bei der Verbesserung der Müttergesundheit: Noch immer sterben jedes Jahr 287.000 Frauen infolge von Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt, 99 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern.
Auch das Ziel, allen Menschen bis 2015 Zugang zu Aufklärung und Familienplanung zu ermöglichen, ist Bähr zufolge gefährdet: Mehr als 220 Millionen Frauen in den ärmsten Ländern der Welt haben nach wie vor keine Möglichkeit zu verhüten. „Es kann nicht im Sinne der Geberländer sein, weiter auf Kosten der Armen zu sparen und Millionen von Todesopfern in Kauf zu nehmen. Es ist höchste Zeit zu handeln – der Countdown läuft“, betont Renate Bähr.




