
Die 2. UNCCD Wissenschaftskonferenz vom 9. bis 12. April hatte die ökonomische Bewertung von Desertifikation, nachhaltigem Landmanagement und der Anpassungsfähigkeit von ariden, semiariden und trockenen subhumiden Gebieten zum Thema. „Desertifikation, Landdegradation und Dürre (DLDD) ist auch ein Fall von Marktversagen. Das Fehlen einer ökonomischen Marktbewertung hat dazu geführt, dass Boden als billige Ressource betrachtet wurde. Die Investition in nachhaltiges Landmanagement ist ein smartes Investment. Viele Bauern weltweit unternehmen praktische Schritte, um der Desertifikation und Landdegradation entgegen zu wirken und sich der Dürre anzupassen, wenn sich die Produktivität Ihres Bodens verändert“, sagte UNCCD Exekutivsekretär Luc Gnacadja.
Auf der Grundlage einer Studie mit dem Titel: „Die Ökonomie der Desertifikation, Landdegradation und Dürre: Methodik und Analyse für die Entscheidungsfindung“ haben Wissenschaftler, Experten, zivilgesellschaftliche Organisationen und die Medien aus der ganzen Welt die ökonomischen und sozialen Folgen von Desertifikation, Landdegradation und Dürre und die Kosten des Nichthandelns vier Tage lang diskutiert. Es war die erste globale Bewertung dieser Phänomene mittels einer Kosten-Nutzen-Analyse und die erste ökonomische Bewertung seit mehr als zwei Jahrzehnten. Die Studie wurde 2011 durch die UNCCD Konferenz der Vertragsstaaten (COP) beauftragt.
„Nachhaltiges Management der natürlichen Ressourcen ist heute für das menschliche Überleben wichtiger denn je. Diese Konferenz hat eindringlich die große Bedeutung von fruchtbaren Land aufgezeigt, wodurch die Tatsache unterstrichen wird, dass die Kosten für das Nichthandeln in der Bekämpfung von DLDD viel höher sind als für das sofortige Ergreifen passender Maßnahmen! Die Frage ist, können wir einen großen Schritt in Richtung einer ‚Null-Netto-Landdegradation‘ und nachhaltiger Entwicklung machen? Ich bin überzeugt, dass wir das können! Wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologie sind der Schlüssel zu nachhaltigem Landmanagement“, erklärte Walter Amman, Präsident der Stiftung Global Risk Forum (GRF) Davos, der Organisation, die die Studie durchgeführt hat.
Antonio Rocha Magalhães, der Vorsitzende des UNCCD Ausschusses für Wissenschaft und Technologie (CST), der von den Vertragsstaaten das Mandat erhielt, die Studie bei einer Gruppe unabhängiger wissenschaftlicher Organisationen in Auftrag zu geben, soll nun in der zweiten Jahreshälfte die Ergebnisse der Konferenz der Vertragsstaaten (COP) vorstellen. „Diese Konferenz war ein wichtiger Meilenstein dafür, den Aktivitäten, die durch die Konvention befördert werden, eine wissenschaftliche Grundlage zu geben. Wir wissen, dass Desertifikation, Landdegradation und Dürre ernste globale Probleme sind und die Rio + 20 Konferenz forderte eine Landdegradations-neutrale Welt. Aber die Entscheidungsträger handeln auf der Basis von objektiven Informationen und bisher fehlten uns gute und strukturierte Daten über die Ökonomie von DLDD“, so Magalhães.
„In jedem Fall hat diese Konferenz gezeigt, dass die sozialen und wirtschaftlichen Schäden von DLDD sehr groß sind und tendenziell wachsen. Die Kosten des Nichthandelns sind größer als die des Handelns. Nun haben wir das nötige Instrumentarium, um für starke Maßnahmen zur Bekämpfung von DLDD einzutreten“, fügte er hinzu. „Auf dem nächsten Treffen der Konferenz der Vertragsstaaten (COP 11) werden wir diese Erkenntnisse an diese weitergeben, denn die Stärkung der Rolle der Wissenschaft im UNCCD Prozess wird ein Schlüssel sein zur Steigerung der Effektivität von politischen Maßnahmen zur Bekämpfung von DLDD in der Welt“, erklärte Magalhães.




