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GfbV kritisiert russische Rüstungsexporte nach Afrika

gfbvGöttingen. – Anlässlich des Russland-Besuchs der Vorsitzenden der Afrikanischen Union (AU) hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) vor einer Zunahme russischer Rüstungsexporte in afrikanische Länder gewarnt. „Russlands Rüstungsexporte schüren schon heute Konflikte in Afrika“, erklärte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Freitag in Göttingen. So würden jüngst aus Russland gelieferte Hubschrauber im Krieg in Süd-Kordofan im Sudan auch gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt.

Russische Exporte heizten auch den Rüstungswettlauf zwischen den verfeindeten Staaten Marokko und Algerien sowie Uganda und Sudan an, sagte Delius. „Russlands staatliche Rüstungsindustrie setzt auf mehr Exporte nach Afrika, seit sich die Nachfrage aus den bisherigen Absatzmärkten im Nahen Osten und in Asien verringert hat.“

Bei den am Samstag beginnenden dreitägigen Gesprächen mit der südafrikanischen Politikerin und AU-Vorsitzenden Nkosazana Dlamini-Zuma will der russische Präsident Wladimir Putin laut GfbV für den Ankauf von Rüstung aus seinem Land werben. „Statt sich aktiv für Frieden in Konfliktregion einzusetzen, will Putin die Rüstungsexporte ausdehnen, um die russische Wirtschaft zu fördern“, kritisierte Delius.

In Süd-Kordofan im Sudan würden viele Angriffe der sudanesischen Luftwaffe mit Mi-24 Kampfhubschraubern aus russischer Produktion geflogen, so die GfbV. Der Sudan besitze 29 dieser schwer bewaffneten Hubschrauber, von denen mindestens acht in Süd-Kordofan im Einsatz seien. Bei Grenzstreitigkeiten mit dem Südsudan habe der Sudan im März 2012 außerdem Su-25-Kampfflugzeuge aus russischer Produktion eingesetzt. Russland habe im Jahr 2011 auch sechs Su-30-Kampflugzeuge an Uganda geliefert, obwohl die Beziehungen zwischen Uganda und dem Sudan sehr angespannt seien.   

Auch die verfeindeten Staaten Algerien und Marokko, die größten Importeure konventioneller Waffen in Afrika, rüstet Russland nach den Erkenntnissen der GfbV auf. An Algerien seien Panzer, Kampfflugzeuge, U-Boote und Raketenabwehrsysteme geliefert worden. Marokko wolle ein U-Boot und Pantsir-S1-Raketenabwehrsysteme in Russland erwerben.

„Seit Putins Machtantritt im Jahr 2000 haben sich die russischen Rüstungsexporte mehr als verdreifacht“, erklärte die GfbV. So habe Russland im Jahr 2000 Rüstungsgüter im Wert von 3,7 Milliarden US-Dollar exportiert. 2012 habe sich die Summe schon auf 15,2 Milliarden US-Dollar belaufen. Mehr als 80 Prozent der russischen Rüstungslieferungen würden von dem staatlichen Unternehmen Rosoboronexport abgewickelt. Allein dieses Unternehmen habe die Zahl seiner Verträge über Rüstungsexporte zwischen 2011 und 2012 um das Zweieinhalbfache auf nun 1.309 gesteigert.    

www.gfbv.de

 

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