
Die junge Menschenrechtsaktivistin FABBI KOUASSI schreibt auf Fabbikouassi’s Blog (fabbikouassi.wordpress.com) über brisante Themen, die in den Medien ihres autokratisch regierten Landes verschwiegen werden und die auch in der Öffentlichkeit anderer Länder nur wenig Gehör bekommen: Die alltägliche Gewalt, die Gefahren für Journalisten und die ständige Angst vor der Brutalität und Unterdrückung der Polizei.
Wie Reporter ohne Grenzen (ROG) berichtete, ging die Polizei Togos erneut mit Gewalt gegen Journalisten vor, als sie diese mit Tränengas davon abhielt, gegen ein neues Mediengesetz zu demonstrieren. Mit ihren Themen begebe sich die Bloggerin selbst in ständige Lebensgefahr, so ROG. Der Preis würdige ihr besonderes Engagement für freie Meinungsäußerung in einem Land, das trotz aller Missstände oft vergessen werde.
Für den „Reporter ohne Grenzen-Award“ standen in diesem Jahr 14 Blogs in 14 verschiedenen Wettbewerbssprachen im Finale. Insgesamt waren für „The Bobs“ über 4.200 Wettbewerbs-Vorschläge eingegangen. Eine internationale 15-köpfige Jury legte die Gewinner fest.
Preisträger des „Best Blog Award“ ist LI CHENGPENG, einer der bekanntesten Blogger, Autoren und Gesellschaftskritiker Chinas. In den anderen Kategorien vergab die Jury Preise unter anderem nach Marokko, Bangladesch und für ein internationales Kollektiv. Der Publikumspreis für den „Reporter ohne Grenzen Award“ geht an KAMBIZ HOSSEINI, der in seinem Podcast wöchentlich die Menschenrechtslage im Iran diskutiert. (www.soundcloud.com/ichripodcasts) Insgesamt waren über 90.000 Online-Stimmen für den Wettbewerb eingegangen.
Die Auszeichnungen in den sechs Hauptkategorien werden am 18. Juni auf dem Deutsche Welle Global Media Forum in Bonn übergeben. Die kubanische Bloggerin YOANI SÁNCHEZ nahm ihren Preis bei der Berliner Internetkonferenz re:publica entgegen: Sie gewann mit Generación Y bereits 2008 den „Best Blog Award“ sowie den Publikumspreis des „Reporter ohne Grenzen-Award“, durfte aber erst im vergangenen Monat aus Kuba ausreisen.
Im letzten Jahr war die Wahl der Jury für den „Reporter ohne Grenzen-Award“ auf den bengalischen Blogger ABU SUFIAN gefallen, der gegen Korruption und die Willkür der Gerichte kämpft. Der Publikumspreis ging an den Blog Invisible Tibet, in dem TSERING WOESER von Peking aus über Menschenrechtsverletzungen in Tibet berichtet.




