
In Berlin diskutierten am Dienstag Jugendliche mit Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) ihre Ideen. Nahezu einhellig erwarten Mädchen und Jungen, dass die Politik sich für eine gerechtere Welt einsetzt, und sie halten Entwicklungszusammenarbeit für wichtig. Gleichzeitig blickt aber nur knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer auf der Onlineplattform worldwewant.de optimistisch in die Zukunft. Viele befürchten, dass die heutigen Kinder und Jugendlichen riesige Probleme erben: „eine kaputte Umwelt, Staaten, die nicht funktionieren und eine Wirtschaft, in der vor allem das Recht des stärkeren zählt“, so ein Teilnehmer.
„Oft wird gesagt, junge Leute interessieren sich vor allem für Handys, schicke Kleidung und Partys. Das stimmt nicht. Sie wünschen sich eine gerechtere Welt, und sind dafür auch bereit, Verantwortung zu übernehmen und ihr eigenes Leben zu verändern.“, sagte UNICEF-Botschafterin Eva Padberg bei der Übergabe der Ergebnisse.
Entwicklungsminister Dirk Niebel sagte: „Die heutigen Weichenstellungen der Politik haben weitreichende Auswirkungen auf das Leben der jungen Generation. Sie erwartet zu Recht, dass die globalen Probleme im Sinne aller angepackt werden. Deshalb beteiligen wir junge Menschen bewusst in der Vorbereitung globaler Entwicklungsziele nach 2015 – und zwar auf ihren Kanälen.“
Die Initiative www.worldwewant.de ist Teil der weltweiten Konsultationen über die neuen Ziele der Vereinten Nationen bei der Armutsbekämpfung und bei der ökonomischen, sozialen und ökologischen Entwicklung. Diese sollen nach 2015 die so genannten Millenniumsziele ablösen.
520 Mädchen und Jungen hatten sich an der Umfrage beteiligt und in elf Foren zentrale Zukunftsthemen diskutiert. Die Ergebnisse fließen in die Diskussionen der Vereinten Nationen zur der „Post 2015-Agenda“ im September in New York ein. Zwei ausgewählte Teilnehmer von worldwewant.de werden als Teil der deutschen Delegation an den Gesprächen teilnehmen.
Einige Ergebnisse der Umfrage: Zentral für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen weltweit sind aus der Sicht der Teilnehmer die Kinder- und Menschenrechte (14,5 %), gleiche Bildungs- und Ausbildungschancen (11,4 %) und eine Gesundheitsversorgung für alle (8,9 %). 48,5 % der Teilnehmer blickt ihrer Zukunft mit Optimismus entgegen – 12 % machen sich Sorgen und 37 % sind geteilter Meinung.
Die Stimmung unter ihren Altersgenossen schätzen lediglich 23,1 % optimistisch ein. 88,6 Prozent halten Entwicklungszusammenarbeit für wichtig. Zur Verbesserung der Situation in den ärmsten Ländern sehen die Jugendlichen als besonders wichtig an: Fairen Handel unterstützen (19 %), Experten zur Ausbildung schicken (17,3 %) und konkrete Projekte finanzieren (16,7 %). Mit Blick auf die Situation der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind für die Teilnehmer gute Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten (15,5 %) sowie Gerechtigkeit und Chancengleichheit (10 %) am wichtigsten.
In den offenen Foren wurden komplexe Themen intensiv diskutiert – wie zum Beispiel die Frage nach einer gerechten Weltwirtschaftsordnung („Fairness“), die Bedeutung von Bildung und ökologischer Nachhaltigkeit, der Kampf gegen Korruption sowie die eigene persönliche Verantwortung.
Die vollständige Zusammenfassung der Ergebnisse des Beteiligungsprojekts von UNICEF und Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) steht zum Download bereit auf www.worldwewant.de.




