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UN hilflos gegenüber Gewalt im Kongo

wvFriedrichsdorf. – Vor dem Hintergrund des Besuchs von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in der Demokratischen Republik Kongo hat World Vision das „hilflose“ Verhalten der Vereinten Nationen beklagt. „Seit zwei Jahrzehnten werden im Osten des Kongo Konflikte mit Gewalt ausgetragen, die an Grauen nicht zu übertreffen ist“, sagte Anna Fenten, Verantwortliche bei World Vision für die Projekte in Kongo. „Wie lange will die Weltgemeinschaft noch zuschauen? Es müssen endlich effektive und friedliche Maßnahmen ergriffen werden, um diesen bewaffneten Konflikt zu beenden!“

Seit einigen Tagen gibt es nördlich von Goma neue Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Milizen, bei denen auch Dörfer ins Kreuzfeuer geraten. Schätzungsweise 4000 Menschen befänden sich durch die neuen Auseinandersetzungen auf der Flucht und suchten Schutz, so World Vision. Viele Notlager seien bereits jetzt überfüllt, wie z.B. das Camp Mugunga III, nahe Goma, in dem sich derzeit etwa 16.000 Menschen aufhalten. Anna Fenten: „Die Vereinten Nationen haben den Osten selbst als gefährlichsten Ort der Welt für eine Frau bezeichnet, doch immer noch finden jeden Tag Vergewaltigungen statt und werden Kinder aus diesen Vergewaltigungen geboren. Was mir diese Frauen bei meinen Besuchen erzählen, erschüttert mich immer wieder.“

Während gewaltsamer Auseinandersetzungen steige die Zahl der Vergewaltigungen steil an, so Fenten. Berichten zufolge seien in den letzten sechs Jahren über 40.000 Fälle sexueller Gewalt gezählt worden. Die Mehrzahl ereignete sich in Nord- und Süd-Kivu. Im Kongo lebten mehr als 400.000 Frauen, die schon mindestens einmal vergewaltigt wurden.  

Die Kriegsparteien nutzten Vergewaltigungen im Ost-Kongo oft als Kriegsmittel, um dörfliche Gemeinschaften zu zerstören, berichtete World Vision. Vergewaltigte Frauen und Mädchen würden meist aus ihren Dorfgemeinschaften verstoßen. Viele von ihnen seien schwer traumatisiert, krank und irrten auf sich allein gestellt von Dorf zu Dorf. Die 39jährige Safi berichtete: „Es war so unendlich schmerzhaft. Nachdem ich vergewaltigt wurde, durfte ich nicht mehr zu meinen Kindern. Es war doch nicht meine Schuld!“ Die 45jährige Aline wurde von 12 Soldaten vergewaltigt und musste zusätzlich mit ansehen, wie ihr Mann und ihr dreijähriger Sohn getötet wurden.

World Vision hilft im Kongo mehr als 800.000 Menschen, davon über 120.000 Kindern. Neben humanitärer Hilfe für Binnenflüchtlinge leisten die Mitarbeiter auch Hilfe für benachteiligte Gruppen und setzen sich für den Schutz sowie die Rehabilitation von Gewaltopfern, Waisenkindern und Kindersoldaten ein. So hat die Organisation Kinderschutzzentren eingerichtet, arbeitet mit Betroffenen im Bereich Trauma-Bewältigung und hilft ihnen unter anderem über Mikrokredite, eine neue Existenz aufzubauen. Auch die Aufklärungsarbeit in Dörfern und die Unterstützung von Selbsthilfegruppen dient dem Schutz von Frauen.

www.worldvision.de

 

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