Home / Entwicklung / Menschenrechte / Amnesty: Homophobie in Afrika nimmt zu

Amnesty: Homophobie in Afrika nimmt zu

aiBerlin. – Viele afrikanische Regierungen schüren die Homophobie, statt Gewalt gegen Schwule und Lesben zu bekämpfen. Zu diesem Schluss kommt Amnesty International in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht zur Lage von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTI) in Afrika.

Der Bericht „Wenn Liebe zum Verbrechen wird“ dokumentiert Amnesty zufolge das erschreckende Ausmaß von Gewalt gegen Homosexuelle in den Ländern südlich der Sahara. „Erschreckend ist auch, dass viele afrikanische Politiker die Gesetze gegen Homosexualität noch verschärfen wollen“, sagt Franziska Ulm-Düsterhöft, Afrikaexpertin von Amnesty International.

In 38 Ländern südlich der Sahara, so Amnesty, gelten homosexuelle Handlungen als Straftat und werden als „unnatürliche fleischliche Akte“ oder „Akte gegen die natürliche Ordnung“ qualifiziert. In den vergangenen fünf Jahren hätten etwa der Süd-Sudan und Burundi neue Gesetze zur Bestrafung gleichgeschlechtlicher Liebe eingeführt. In Uganda, Liberia und Nigeria werde die Verschärfung bestehender Gesetze in den Parlamenten diskutiert.

Der Amnesty-Bericht nimmt die aktuelle Gesetzeslage quer durch den Kontinent unter die Lupe und beschreibt das Leben der Betroffenen anhand von Fallbeispielen aus Uganda, Kenia, Südafrika und Kamerun. „Alltägliche Diskriminierung, Hetze von Politikern und Religionsführern, verschärfte Gesetze und Gewalt gegen LGBTI-Personen bilden einen Teufelskreis“, kritisiert Ulm-Düsterhöft. „Es fehlt an dem politischen Willen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und Angriffe auf Homosexuelle strafrechtlich zu verfolgen.“

„Die meisten homophoben Gesetze sind ein direktes Erbe des Kolonialismus“, so Ulm-Düsterhöft. „Über 40 afrikanische Ethnien tolerierten beispielsweise die Ehe zwischen zwei Frauen. Doch als die ehemaligen Kolonialmächte abzogen, blieben die Verbote bestehen.“ Deshalb sei es absurd, wenn Homosexualität von afrikanischen Politikern als Import aus dem Westen gebrandmarkt werde.

Nur in einigen Ländern sieht Amnesty positive Entwicklungen: So hätten Mosambik und Botswana die Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung gesetzlich verboten. „Außerdem gibt es immer mehr zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich für die Rechte von LGBTI einsetzen“, sagt Ulm-Düsterhöft. „Diesen müssen wir den Rücken stärken.“

www.amnesty.de

 

Login

Neue Jobs bei epojobs.eu

Bannerwerbung

Banner GNE Witzenhausen

Newsletter abonnieren!

Subscription Form

Events

Anstehende Events

Tags

Afrika Armut Bildung BMZ Brasilien CO2 Coronavirus Deutschland Entwicklungsfinanzierung Entwicklungshilfe Entwicklungspolitik Entwicklungszusammenarbeit Ernährung Europäische Union EZ Fairer Handel Flüchtlinge Gesundheit Humanitäre Hilfe Hunger Jemen Katastrophen Kinder Klimagipfel Klimakrise Klimaschutz Kolumbien Konflikte Kriege und Konflikte Landwirtschaft Medien Menschenrechte Migration Nachhaltigkeit News Nothilfe Oxfam Pressefreiheit Sudan Syrien Umwelt UNO USA Wahlen Weltwirtschaft