
„Wir sind froh und erleichtert, dass der langjährige und mühevolle Kampf für Aufklärung und Gerechtigkeit im Tschad am Ende zu diesem Ergebnis geführt hat und freuen uns mit unserer langjährigen Partnerin Jaqueline Moudeina darüber“, sagte Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. „Die Festnahme und Anklage von Hissène Habré ist ein starkes Signal an andere afrikanische Machthaber, dass Despotismus und Verletzung von Menschenrechten nicht ungestraft bleibt und sie für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden“, so Spiegel.
Habré werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt. So sollen während Habrés Herrschaft im Tschad in den Jahren 1982 bis 1990 mehr als 40.000 politische Gegner gefoltert und ermordet worden sein. Seit seinem Sturz 1990 lebt Habré im senegalesischen Exil. Belgien hatte 2005 einen internationalen Haftbefehl erlassen, nachdem ein Belgier tschadischer Herkunft geklagt hatte. Senegal lehnte eine Auslieferung bislang jedoch mehrfach ab. 2009 leitete Belgien ein Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag ein. Dieser entschied im Juli 2012, dass Habré im Senegal vor Gericht gestellt oder ausgeliefert werden müsse. Ein Sondertribunal hatte daraufhin im Februar seine Arbeit aufgenommen und hat jetzt die Anklage veranlasst.
Jacqueline Moudeina ist seit 1995 Rechtsanwältin und aktuell Präsidentin der Misereor-Partnerorganisation ATPDH (Association Tchadienne pour la Promotion et la Défense des Droits de l’Homme). Sie wird von Misereor seit sieben Jahren u.a. intensiv in ihrem Bemühen unterstützt, einen Prozess gegen den ehemaligen Präsidenten des Tschads, Hissène Habré, herbeizuführen. Bei einem Attentatsversuch im Jahr 2001 wurde sie so schwer verletzt, dass sie noch heute aufwendige und kostspielige medizinische Nachbetreuung benötigt. Während der Herrschaft Habrés musste Moudeina ins Exil nach Kongo-Brazzaville fliehen. Jacqueline Moudeina erhielt im September 2011 den Alternativen Nobelpreis.




