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23 Tote bei ethnischem Konflikt im Süden Algeriens

gfbvGöttingen. – Mindestens 23 Tote innerhalb einer Woche haben blutige ethnische Auseinandersetzungen zwischen Tuareg und Arabern in Süd-Algerien gefordert. Das berichtete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Dienstag in Göttingen. „Wir sind sehr besorgt über die anhaltende Gewalt“, sagte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. „Dringend müssen die Hintergründe der Kämpfe von unabhängiger Seite untersucht und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.“

Die Kämpfe zwischen Tuareg und der arabischen Bevölkerungsgruppe der Barabiche waren nach Angaben der GfbV am Dienstagabend der vergangenen Woche in der Grenzstadt Bordj Badji Mojhtar ausgebrochen. Die Stadt liegt rund 2.200 Kilometer südlich der Hauptstadt Algier an der Grenze zu Mali. Viele Kämpfe seien mit Säbeln ausgetragen worden, berichteten Augenzeugen der GfbV.

Die Gewalt hält laut GfbV weiter an, obwohl die algerischen Behörden am Freitag eine Friedensvereinbarung zwischen den verfeindeten ethnischen Gruppen aushandeln ließen und rund 1.500 Bereitschaftspolizisten sowie andere Sicherheitskräfte in die umkämpfte Stadt verlegten. Tuareg beklagten, sie hätten nur zögerlich Schutz von der algerischen Polizei bekommen.

Am Montag seien zwei Menschen zu Tode gekommen, am Sonntagabend seien sechs Personen bei Auseinandersetzungen getötet worden. Mehr als 50 Menschen seien bei den Kämpfen verletzt worden, so die GfbV. Viele Geschäfte seien geplündert oder in Brand gesetzt worden. Die Polizei habe inzwischen rund 40 Personen verhaftet, die für den Ausbruch der Gewalt verantwortlich gemacht werden.

Ausgelöst wurden die blutigen Auseinandersetzungen nach Darstellung der GfbV durch einen Mord an einem Tuareg. Er habe versucht, in einem Wohnviertel von Arabern ein Geschäft zu eröffnen. Bei den Kämpfen dürfte aber auch die Kontrolle des lukrativen Handels mit dem Nachbarland Mali eine Rolle spielen, um den Barabiche und Tuareg streiten. „Hinzu kommt, dass sich die Lage der Zivilbevölkerung in Süd-Algerien aufgrund der Mali-Krise deutlich verschlechtert hat“, erklärte Delius. So sei der Tourismus aus Angst vor Entführungen durch radikale Islamisten massiv zurückgegangen. Dies habe zu einer weiteren Verarmung der ohnehin schon massiv vernachlässigten lokalen Bevölkerung geführt.

Umstritten ist auch die zunehmende Militarisierung Süd-Algeriens. „Algerien verlegt zwar immer mehr Elite-Einheiten der Armee und andere Sicherheitskräfte in den Süden des Landes, um Terrorangriffe muslimischer Extremisten auf Algeriens Öl- und Erdgasindustrie zu verhindern. Das Land unternimmt aber nichts, um die zunehmende Verarmung der Bevölkerung zu stoppen“, kritisierte Delius.

www.gfbv.de

 

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