Berlin. – Ein weltweites Netzwerk von Friedensgruppen und -Aktivisten baut derzeit Proteste gegen den um sich greifenden Einsatz von Kampfdrohnen auf. Laut einer Studie US-amerikanischer Universitäten starben allein in Pakistan zwischen Juni 2004 und September 2012 zwischen 2.562 und 3.325 Menschen durch Angriffe bewaffneter unbemannter Flugzeuge. Die Zahl der Zivilisten unter den Toten benennt die Studie mit 474 bis 881, darunter 176 Kinder. Der deutsche Appell „Keine-Kampfdrohnen“ hat bereits mehr als 10.000 Unterstützer.
Als unterstützende Gruppe der Kampagne „gegen die Etablierung von Drohnentechnologie für Krieg, Überwachung und Unterdrückung“ (drohnen-kampagne.de) gabe die Informationsstelle Militarisierung (IMI), Trägerin des Aachener Friedenspreises von 2011, in Berlin die Zahl der Unterstützerinnen und Unterstützer der Drohnen-Kampagne bekannt. Auch prominente Unterstützer waren unten diesen 10.000 Stimmen: der US-amerikanische Sprachwissenschaftler und Kritiker Noam Chomsky, die Band TOCOTRONIC, der Kabarettist Volker Pispers sowie Rolf Gössner, Florence Hervé, Jürgen Grässlin, Anne Roth, Saskia Sassen, Hans-Christoph von Sponeck und Günter Wallraff.
Zudem wurden die Wahlprüfsteine der Kampagne vorgestellt, auf die alle Parteien im Bundestag und unterstützende Parteien der Kampagne (Grüne, Linke, Piraten, DKP) bezüglich ihrer Positionen zu Drohnen antworteten. Michael Ebeling vom Friedensbüro Hannover hob dabei die Bedeutung der Frage gerade vor den Bundestagswahlen hervor: „Die in Berlin und Brüssel vorangetriebenen Projekte zu Kampf- und Überwachungsdrohnen führen zu einer Vervielfachung und Automatisierung der Einsätze solcher Drohnen im In- und Ausland. Das ist eine Entwicklung, die sich gegen die Entwicklung von freien und demokratischen Gesellschaften wendet.“
Elsa Rassbach, deutsch-amerikanische Journalistin und Friedensaktivistin, betonte besonders die deutsche Rolle: „Wenn die deutsche Regierung die Anschaffung der Kampfdrohnen durchsetzt, ist zu erwarten, dass die bewaffneten Drohnen sich in Europa und auch in anderen Ländern schnell ausbreiten werden. Wenn aber die deutsche Regierung ’nein‘ sagt, bestünde zumindest eine Chance, eine Grundlage für ein verbindliches internationales Abkommen gegen Kampfdrohnen vorzubereiten.“
Die Drohnen-Kampagne richtet sich eigenen Aussagen zufolge weder gegen Drohnen im Allgemeinen, noch beschränkt sie sich in ihrer Kritik nur auf Kampfdrohnen. Die Initiative mit derzeit 138 Unterstützergruppen und vielen tausend Einzelunterstützerinnen und -unterstützern wendet sich vielmehr „gegen jegliche Form von Drohneneinsätzen im Dienste von Krieg, Überwachung und Unterdrückung“.
UK: dronecampaignnetwork.wordpress.com




