
Das katholische Hilfswerk MISEREOR fordert, eine neue globale Entwicklungs-und Nachhaltigkeitsagenda müsse die weltweite Armut endgültig überwinden und einen grundlegenden Wandel westlicher Lebens- und Wirtschaftsweisen hin zu nachhaltiger Entwicklung in den Grenzen des Planeten anstoßen. „Wir alle wissen, dass wir weit über unsere Verhältnisse leben und damit den Armen und den zukünftigen Generationen alle Chancen rauben“, erklärte Klaus Schilder, Experte für Entwicklungspolitik bei MISEREOR.
„Die Frage, welche Konsequenzen und zwischenstaatlichen Verpflichtungen aus dieser Tatsache abgeleitet werden müssen, wird die Diskussion der nächsten Tage hier in New York prägen“, so Schilder. „Diese Verhandlungen bieten die Gelegenheit, einen breiten Konsens für mehr Gerechtigkeit und Gleichheit anzustoßen. Um die Schöpfung zu bewahren und die Rechte zukünftiger Generationen zu schützen, brauchen wir dringend einen tiefgreifenden Wandel in unseren Lebens- und Wirtschaftsstrukturen und ein neues Verständnis von Entwicklung.“
MISEREOR fordert die Bundesregierung zudem auf, sich dafür einzusetzen, dass die neue globale Entwicklungsagenda mit einem klaren Bezug zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte erstellt wird. „Dieser fehlende Menschenrechtsbezug war eine der großen Schwächen der bisherigen MDG-Agenda“, sagte Klaus Schilder. „Eine neue Nachhaltigkeitsagenda muss die Würde und die Rechte aller Menschen in den Mittelpunkt stellen. Zudem brauchen wir verbindliche Rechenschaftspflichten, damit die Regierungen für ihre internationalen Versprechen zur Verantwortung gezogen werden können.“
Im Umfeld des Sondertreffens in New York ist MISEREOR an einer Reihe zivilgesellschaftlicher Veranstaltungen beteiligt, zusammen mit dem europäischen Netzwerk katholischer Hilfswerke (CIDSE) an einer Diskussion zu den zivilgesellschaftlichen Perspektiven für den Post2015-Prozess am Montag sowie am 24. September an einer Expertendiskussion zu den Einflüssen der Wirtschaft im Post2015-Prozess.




