
Die seit Jahrhunderten in Kenia ansässigen Muslime stellen rund elf Prozent der 40 Millionen Einwohner des ostafrikanischen Landes. „Gerade haben die Muslime begonnen, sich politisch zu emanzipieren und als eigenständige Gruppe Forderungen an kenianische Behörden und Politiker zu formulieren“, so die GfbV. Sie wollten nicht länger als Bürger zweiter Klasse behandelt werden.
Nachdrücklich habe der Verband der muslimischen Organisationen in Kenia aber auch eine Lockerung des Antiterror-Gesetzes gefordert, um pauschale Diskriminierungen von Muslimen im Antiterror-Kampf zu verhindern. „Eine Liberalisierung der Politik der Inneren Sicherheit ist heute aber unwahrscheinlicher als je zuvor, da Staatspräsident Uhuru Kenyatta nun angesichts der terroristischen Bedrohung Stärke demonstrieren will“, sagte Delius.
Auch somalische Flüchtlinge müssen laut GfbV damit rechnen, dass in ihren Camps die Willkür kenianischer Sicherheitskräfte und Verhaftungen zunehmen werden. „Doch jede Willkür gegen die Flüchtlinge schürt den Kreislauf der Gewalt und treibt der extremistischen Al Shabab-Miliz neue Kämpfer in die Arme“, warnte Delius. „Systematisch versucht das Terrornetzwerk seit Jahren, unter den zehntausenden Jugendlichen in den Lagern neue Kämpfer zu rekrutieren. Wirksam eindämmen kann man den Einfluss von Al Shabab in den Camps nur, indem mehr für die Aus- und Fortbildung der jungen Flüchtlinge getan wird und ihnen wirtschaftliche Perspektiven in Kenia oder Somalia geboten werden.“




