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UNO soll Menschenrecht auf Gesundheit verwirklichen





millennium campaign de 150Frankfurt. – Die neuen globale Entwicklungsziele, über die die Vereinten Nationen  bei ihrer am Mittwoch in New York beginnenden Generalversammlung beraten, sollen sich insbesondere an der Verwirklichung des Menschenrechs auf Gesundheit orientieren. Dies ist die Schlussfolgerung einer internationalen Forschungsgruppe nach einer Analyse des Fortschritts bei den aktuellen Millenniums-Entwicklungszielen (MDG).

Anstatt gänzlich neue Gesundheitsziele zu definieren, sollte die internationale Gemeinschaft ihr Engagement bezüglich der Realisierung des Rechts auf Gesundheit für Alle erneuern und intensivieren, so wie es bereits vor einigen Jahrzehnten vereinbart wurde. Dies ist die Hauptempfehlung eines neuen Berichts des internationalen Go4Health Forschungsprojektes, das den Fortschritt bezüglich globaler Gesundheitsziele aus der Perspektive der Menschenrechte analysiert.

Go4Health wird durch die EU und die Regierungen von Australien und Canada finanziert und besteht aus akademischen und zivilgesellschaftlichen Partnern aus Afrika, Asien, Australien, Europa, Nord- und Lateinamerika; von deutscher Seite sind die Universität Heidelberg und medico international beteiligt.

Der Bericht beinhaltet auch insbesondere die Sichtweisen von benachteiligten Bevölkerungsgruppen, die in vielen Ländern befragt wurden und ist ein wesentlicher Beitrag zur aktuellen Diskussion über die Zukunft der internationalen Entwicklungsagenda, die zur Zeit bei den Vereinten Nationen geführt wird. Der Heidelberger Projektleiter Albrecht Jahn stellt dazu fest: „Aus der Perspektive der Bevölkerung geht es nicht um die Kontrolle einer Auswahl von wenigen, international vereinbarten Krankheiten, sondern um den umfassenden Zugang zu einer effektiven präventiven und kurativen Gesundheitsversorgung; schließlich weiß niemand im Voraus, welches Gesundheitsproblem ihn oder sie treffen wird.“

„Die globale Agenda, so wie sie derzeit geführt wird, droht örtliche Partizipation und Selbstbestimmung zu unterhöhlen“, warnt Thomas Gebauer, Geschäftsführer von medico international. „Wir haben im Rahmen unserer Befragung benachteiligter Bevölkerungsgruppen in 11 Ländern herausgefunden, dass diese international standardisierte Minimalversorgungskonzepte zurückweisen. Nötig wäre ein ganzheitliches Konzept für universellen Zugang zu lokal angepasster Gesundheitsversorgung, das bei den Bedürfnissen der Menschen ansetzt und von diesen selbst getragen wird.“

Der neue Report schlägt ein einziges umspannendes Gesundheitsziel vor – die Realisierung des Rechts auf Gesundheit für alle – mit den zwei Teilzielen einer „universelle Gesundheitsversorgung“ und einer „gesunden sozialen und natürlichen Umwelt“ für alle.

Beide Elemente des Rechts auf Gesundheit – der Anspruch auf Gesundheitsversorgung und der Anspruch auf ein gesundes Umfeld – sind medico zufolge Bestandteil der in den Vereinten Nationen vorliegenden Vorschläge. Es gebe bereits eine international anerkannte Norm, die wichtige Prinzipien beinhaltet, wie etwa geteilte Verantwortung zwischen der internationalen Gemeinschaft und Staaten, die Hilfe brauchen, wie auch die Einbeziehung der Bevölkerung in die Entscheidungsprozesse.

Am 25. September diskutieren die führenden Politiker der Welt bei der UN-Generalversammlung in New York über den Fortschritt der Millenniums-Entwicklungsziele und der Post-2015 Entwicklungsagenda. Der neue Report beteiligt sich maßgeblich an dieser wichtigen Diskussion zur Rolle der Gesundheit in der Agenda.

Der komplette Report ist online verfügbar unter: http://www.medico.de/datei/report-realizing-the-right-to-health-for-everyone-.pdf

http://www.medico.de


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