Berlin. – Moldawiens Parlamentspräsident Igor Corman hat die wichtige Rolle des Deutschen Bundestages für die bilateralen Beziehungen beider Länder betont. In einem Gespräch mit Bundestagspräsident Norbert Lammert im Bundestag erläuterte Corman die vielfältigen Bemühungen seines Landes zur Anpassung an die europäischen Normen. Lammert sprach am Mittwoch auch auf einer Jubiläumsveranstaltung der „German Doctors“ in Berlin.
Im Zentrum steht dabei nach Angaben des Bundestages das angestrebte Assoziierungs- und Freihandelsabkommen mit der Europäischen Gemeinschaft, das Ende November in der litauischen Hauptstadt Vilnius paraphiert werden soll. Die EU-Beitrittsperspektive gehört weiterhin zu den zentralen politischen Zielen des südosteuropäischen Landes mit seinen rund 3,5 Millionen Einwohnern.
Bundestagspräsident Lammert sicherte dem Parlament der Republik Moldau die weitere Unterstützung des Bundestages zu. Er erinnerte daran, so die Mitteilung des Deutschen Bundestages, dass seit 2008 insgesamt 19 Stipendiaten aus Moldau am Internationalen Stipendiaten-Programm des Bundestages teilgenommen haben. Der Bundestagspräsident, der 2006 Moldawien besucht hatte, wurde von Parlamentspräsident Corman zu einer weiteren Visite nach Moldau eingeladen.
30 JAHRE GERMAN DOCTORS
Anlässlich eines Empfanges der German Doctors zum 30-jährigen Bestehen der Organisation, die 1983 als „Ärzte für die Dritte Welt“ gegründet worden war, sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), die im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen verkündeten Millennium Development Goals (MDG) seien „nach wie vor nicht erreicht“. Die Kindersterblichkeit sei zwar fast wie geplant um 63% reduziert worden, aber noch immer gebe es auf 1.000 Lebendgeburten in Entwicklungsländern 100 Todesfälle, während es in Industriestaaten nur 5 Todesfälle seien. Medizinische Hilfe bei der Geburt hätten in Industrieländern 99% der Mütter – in den armen Ländern dagegen nur ein Bruchteil davon.
Lammert, der nach Bundespräsident Joachim Gauck zweithöchste Repräsentant der Bundesrepublik, kritisierte – in seiner ironisch-humorvollen Art – auch die gegenwärtigen Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD. An CDU-Fraktionschef Kauder gerichtet, dessen Ehefrau den German Doctors als Präsidentin vorsteht, sagte Lammert, mit dem Jubliäums-Empfang habe Kauder endlich einmal „einen triftigen Grund“, den sich wochenlang dahinziehenden Verhandlungen über eine Große Koalition fernzubleiben.




