aarhus university logoAarhus. - Die globale Wasserversorgung wird bis 2040 schwierig werden, wenn nicht alle Menschen ihren Energie- und Wasserverbrauch umstellen. Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch in Aarhus veröffentlichten Studie zum Wasser-und Energieverbauch in China, Indien, Frankreich und Texas. Wenn wir die aktuellen Energie- und Stromversorgungslösungen nicht anpassen, werde es 2040 nicht mehr genug Wasser für alle geben, berichten die Forscher nach Abschluss ihres dreijährigen Projekts.

Nach Ansicht der Forscher von der Universität Aarhus in Dänemark, der Vermont Law School und CNA Corporation in den USA ist ein Kampf der konkurrierenden Notwendigkeiten, zwischen Trinkwasser-und Energiebedarf. In den meisten Ländern verbrauche die Stromerzeugung am meisten Wasser, weil Kraftwerke Kühlsysteme benötigen, um zu funktionieren. Die einzigen Energiesysteme, die keine Kühlung erfordern, seien  Wind- und Solaranlagen. Daher ist eine der wichtigsten Empfehlungen der Studie "A Clash of Competing Necessities- Water Adequacy and Electric Reliability in China, India, France, and Texas" denn auch, alte Kraftwerke durch nachhaltigere Wind-und Solaranlagen zu ersetzen.

Die Forscher kamen zudem zu der überraschenden Erkenntnis, dass die meisten Stromversorger nicht einmal registrieren, wie viel Wasser verwendet wird. "Es ist ein großes Problem, dass dem Energieversorgungsunternehmen gar nicht bewusst ist, wie viel Wasser sie benötigen. Und zusammen mit der Tatsache, dass wir nicht über unbegrenzte Wasserressourcen verfügen, könnte es zu einer schweren Krise führen, wenn nicht sehr bald jemand reagiert", warnte Professor Benjamin Sovacool von der Universität Aarhus.

Die Kombination der neuen Forschungsergebnisse mit den Prognosen über Wasserknappheit und eine wachsende Weltbevölkerung zeige, dass schon bis 2020 in vielen Gebieten der Welt die Menschen keinen Zugang mehr zu sauberem Trinkwasser haben werden. Nach Angaben der Forschergruppe werden bis 2020 bereits 30 bis 40 Prozent der Weltbevölkerung unter Wasserknappheit leiden, der Klimawandel beschleunige diese Entwicklung noch. "Das heißt, wir müssen entscheiden, wofür wir in Zukunft unser Wasser verwenden wollen. Wollen wir die Kraftwerke weiterlaufen lassen oder es als Trinkwasser nutzen? Wir haben nicht genug Wasser, um beides zu tun", betonte Sovacool.

Das Team legte die Forschungsschwerpunkte auf vier Fallstudien in Frankreich, den USA, China und Indien. Im ersten Schritt wurde der aktuelle Energiebedarf identifiziert um danach vorherzusagen, wie die Situation in 2040 aussehen werde. In allen vier Fallstudien war das Ergebnis, dass es unmöglich sein wird, weiterhin auf traditionelle Weise Strom zu erzeugen und gleichzeitig den Wasserbedarf zu decken. "Wenn wir weiter machen wie bisher, werden wir vor einer unüberwindbaren Wasserknappheit stehen - auch wenn es das Wasser noch umsonst geben würde, es wäre keine Frage des Preises mehr - Es wird 2040 einfach kein Wasser mehr geben, wenn wir nicht sofort handeln", resümierte Sovacool.

Studie: A Clash of Competing Necessities- Water Adequacy and Electric Reliability in China, India, France, and Texas


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