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Oslo. - Urgewald hat am Dienstag im norwegischen Parlament den neuen Bericht "Dirty & Dangerous" vorgestellt. Die Umweltorganisation hat untersucht, wieviel der norwegische Pensionsfonds (Government Pension Fund Global - GPF) in Kohlefirmen investiert hat. Der Bericht fügt sich ein in die aktuelle politische Debatte in Norwegen um die fossilen Investitionen des Staatsfonds GPF.

"Auf dem Weg zu einem klimafreundlichen Portfolio muss der GPF noch einige Kohlebrocken aus dem Weg räumen", erklärte Heffa Schücking, die Autorin des Berichts und urgewald-Gründerin. "In seinem 2013er Portfolio haben wir 158 Kohlefirmen gefunden. Im Kohlesektor hält der Staatsfond somit Vermögenswerte von 9,7 Milliarden Euro. Unter den Firmen finden sich selbst die größten Dreckschleudern: die südafrikanischen Sasol, die Kohle in Öl umwandelt sowie chinesische Firmen, die Kohle zu Gas konvertieren. Bei diesen Verfahren wird bis zu 82 Prozent mehr Kohlendioxid erzeugt als bei der Verbrennung von Kohle."

Immerhin zeigten die Diskussionen im Parlament, dass das Portfolio des Staatsfonds ernsthaft auf den Prüfstand gestellt werde", sagte Schücking. Wie weit die Debatte um klimaschädliche Investitionen in Norwegen sei, zeigten der Versicherer Storebrand und der private Pensionsfond KLP, die sich bewusst von Vermögenswerten fossiler Unternehmen getrennt hätten. KLP habe letzte Woche seine Entscheidung verkündet, Vermögenswerte von Firmen abzustoßen, die mehr als 50 Prozent ihrer Einnahmen aus Kohlegeschäften gewinnen. Gleichzeitig erklärte KLP, knapp 60 Millionen Euro zusätzlich in Erneuerbare Energien investieren zu wollen.

"KLP gibt als Grund für diesen Schritt den Klimaschutz an. Daran sollten sich deutsche Versicherer dringend ein Beispiel nehmen", fordert Schücking. "Während international norwegische, schwedische und britische Pensionsfonds und Versicherer reihenweise Kohle- und andere Firmen aus ihrem Portfolio werfen, warten wir in Deutschland auf so einen Schritt bisher vergeblich. Jetzt müssen unsere Versicherer endlich nachziehen."

=> Bericht "Dirty & Dangerous – The Norwegian Government Pension Fund's Coal Investments" (PDF)

Quelle: www.urgewald.de


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