GFFA 2015 720

Berlin. - Wachsende Nachfrage nach Nahrung, Rohstoffen und Energie: Chancen für die Landwirtschaft, Herausforderungen für die Ernährungssicherung? Diese Fragen werden vom 15. bis 17. Januar beim "Global Forum for Food and Agriculture" in Berlin diskutiert. Laut Veranstalter, dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, ist und bleibt "die erste und vornehmste Aufgabe der Landwirtschaft die Sicherung der Ernährung aller Menschen. Ihr sind jedoch längst neue Ansprüche zugewachsen. Neben der Ernährungssicherung soll Landwirtschaft verstärkt Ressourcen, etwa für Rohstoffe und Energie, bereitstellen."

Die Bioökonomie als eine nachhaltige, biobasierte und diversifizierte Wirtschaft biete einen Ansatz, diesen vielfältigen Ansprüchen gerecht zu werden, so das Landwirtschaftsministerium. Dazu sollen sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft austauschen und politisch verständigen. Parallel findet im Auswärtigen Amt der Agrarministergipfel statt. Ziel ist es, ein gemeinsames Positionspapier zu formulieren und es in die internationale agrarpolitische Diskussion einzubringen.

"Im Land Berlin gibt es 33 landwirtschaftliche Betriebe, etwa 700 Rinder, 400 Schafe und nicht einmal 100 Schweine. Ich gebe zu, damit zählen wir von Produktionsseite aus gesehen weder zu den Big Playern noch können wir mit diesen Ressourcen die drängenden Probleme einer nachhaltigen globalen Ernährungssicherung praktisch lösen", bekannte Thomas Heilmann, Senator für Justiz und Verbraucherschutz von Berlin. "Aber das hindert uns nicht daran, über kluge Lösungen für genau diese Herausforderungen nachzudenken. Denn die gerechte Verteilung von Ressourcen gehört zu den wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft. Das geht nicht ohne moderne Landwirtschaft und Agrarexperten."

Die GFFA findet in diesem Jahr zum siebten Mal statt und wurde in den Jahren zuvor unter anderem dafür kritisiert, dass die Rechte kleinbäuerlicher Produktionsgemeinschaften bei der Veranstaltung zu kurz kämen. Investitionen von Agrarkonzernen in Entwicklungsländern sollten nicht mit Hungerbekämpfung gleichgesetzt werden, kritisierte die Umwelt-und Menschenrechtsorganisation FIAN. Investitionen führten im Gegenteil oftmals zu Vertreibung und Verarmung ländlicher Bevölkerungen.

2013 warnten das katholische Hilfswerk Misereor und das Forum Umwelt und Entwicklung mit der neuen Studie "Business Case Hungerbekämpfung" vor einer einseitig geführten Debatte um Agrarinvestitionen. In diesem Jahr veranstaltet die Katholische Landvolkbewegung Deutschland im Rahmen des GFFA ein Fachpodium zum Thema "Menschen beteiligen – besser entscheiden! Partizipation ermöglicht Teilhabe an Bioökonomie und Ernährungssicherheit". Auch die Deutsche Welthungerhilfe und das Forum Umwelt und Entwicklung bieten Veranstaltungen an.

=> Programm GFFA 2015

Quelle: gffa-berlin.de


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