gfbv 200Göttingen. - In Mali droht ein neuer Krieg zwischen Tuareg-Bewegungen und der Armee sowie regierungsnahen Milizen auszubrechen. Davor hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gewarnt. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation starben seit Ende April 2015 mindestens 19 Menschen bei Kämpfen um fünf Dörfer und Städte im Zentrum des nordwestafrikanischen Landes.

"Deutschland sollte sich mehr für einen gerechten und dauerhaften Frieden in Mali einsetzen. Vor allem muss sich Deutschland für neue Verhandlungen über einen Friedensvertrag engagieren. Bisher werden die Interessen der Tuareg nicht ausreichend berücksichtigt", erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius

Bei den Kämpfen in Mali werden, laut GfbV auch Soldaten eingesetzt, die von der Bundeswehr für den Antiterror-Kampf ausgebildet wurden. "Wenn 516 deutsche Bundestagsabgeordnete am 26. Februar 2015 einer Verlängerung der Ausbildungsmission EUTM Mali zustimmten, dann wollten sie damit ein Zeichen für den Kampf gegen muslimische Extremisten setzen", sagte Delius. "Sie wollten damit aber sicherlich nicht in die seit der Gründung Malis bestehenden Konflikte zwischen Tuareg und Zentralregierung eingreifen." Die GfbV hatte seit Beginn der deutschen Beteiligung an der Ausbildungsmission davor gewarnt, dass von der Bundeswehr ausgebildete Soldaten nicht nur gegen Islamisten, sondern auch gegen Tuareg im internen Machtkampf um Ressourcen und Land eingesetzt würden.     

Die jüngsten Kämpfe waren nach Angaben der GfbV ausgebrochen, nachdem die Regierung Malis bei Friedensverhandlungen mehr politische Autonomie für den von Tuareg, Arabern und Peulhs bewohnten Norden des Landes verweigert hatte. Die in der "Coordination des Mouvements de l‘Azawad (CMA)" zusammengeschlossenen Tuareg- und Araber-Gruppen aus Nord-Mali hatten es daraufhin abgelehnt, am 15. Mai 2015 einen Friedensvertrag zu unterzeichnen, der den seit Januar 2012 erneut eskalierenden Konflikt beenden sollte. Seit Beginn der 60er-Jahre haben sich Tuareg im Norden Malis immer wieder mit Waffengewalt gegen die Zentralregierung erhoben, um mehr Selbstverwaltung und Entwicklung für die lange vernachlässigte Region einzufordern.

Quelle: https://www.gfbv.de/


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