BMZBerlin (epo). - Die Bundesregierung hat die Entwicklungszusammenarbeit mit Süd-Sudan wieder aufgenommen. Der deutsche Botschafter habe der neuen Regierung für den Süden des Landes (Government of National Unity) eine entsprechende Note übergeben, in dem sich Deutschland zur Wiederaufnahme der Entwicklungszusammenarbeit mit dem Süd-Sudan bereit erklärt, teilte das Entwicklungsministerium (BMZ) in Berlin mit. Der Schwerpunkt des deutschen Engagements soll im Wassersektor liegen.

Zunächst werde Deutschland zehn Millionen Euro für einen internationalen Fonds bereitstellen, in den mehrere Geber einzahlen, so das BMZ. Zudem werde die Bundesregierung Experten entsenden, die ihr Wissen zum Wiederaufbau der Wasserinfrastruktur zur Verfügung stellen sollen. "Mit unserem Engagement leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Armutsbekämpfung", erklärte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). "Denn gerade die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und eine funktionierende Abwasserentsorgung trägt entscheidend dazu bei, Krankheiten zu verhindern."

Aufgrund der jahrzehntelangen gewaltsamen Auseinandersetzungen im Sudan war die Wasserversorgung und Entsorgung im Süd-Sudan fast vollständig zusammengebrochen. Große Teile der städtischen und ländlichen Bevölkerung haben keinen gesicherten Zugang zu Trinkwasser.

Die Entwicklungszusammenarbeit mit dem gesamten Sudan war 1989 wegen des Bürgerkriegs ausgesetzt und bis heute auch nicht wieder aufgenommen worden. Im Januar dieses Jahres, nach der Vereinbarung eines Friedensabkommens für den Süd-Sudan, hatte die Bundesregierung angekündigt, die Entwicklungszusammenarbeit unter bestimmten Bedingungen wieder aufzunehmen. "Diese Bedingungen für den Süd-Sudan sind jetzt erfüllt", sagte Wieczorek-Zeul. Dazu gehöre eine Regierungsbildung nach den Vorgaben des Friedensabkommens. Die Regierung war am 24.10.2005 gebildet worden.

"Offizielle Entwicklungszusammenarbeit mit dem Norden des Sudan ist aber nach wie vor nicht denkbar", betonte die Ministerin. "Ehe nicht das Morden in Darfur ein Ende nimmt, kann an eine staatliche Entwicklungszusammenarbeit mit dem Norden des Landes überhaupt nicht gedacht werden."

Wieczorek-Zeul forderte die Regierung im Norden des Landes und die Rebellen eindringlich dazu auf, "eine friedliche Lösung der Krise zu suchen, sich wieder an den Verhandlungstisch zu setzen und den grausamen Menschenrechtsverletzungen ein Ende zu setzen".

BMZ


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