urgewaldBerlin (epo). - Umweltorganisationen haben die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Osteuropa-Bank) dazu aufgefordert, von der Förderung des Öl- und Gasprojektes Sachalin II Abstand zu nehmen. Der Verwaltungsrat der Osteuropa-Bank will am morgigen Mittwoch über das Projekt im Osten Russlands entscheiden. Die Umweltorganisationen warnen vor der drohenden Zerstörung der Umwelt und des Artenreichtums der Region.

Anlässlich der Sitzung des Verwaltungsrates der European Bank for Reconstruction and Development (EBRD) veröffentlichten die Umweltgruppen die "10 wichtigsten Gründe", warum die Bank das Projekt nicht unterstützen sollte. Das Sachalin Projekt sei umstritten, weil es den Lebensraum der letzten 100 westlichen Grauwale bedrohe, in dessen unmittelbarer Nähe eine Plattform gebaut werden soll. Ein vom Ölkonzern Shell geführtes Konsortium wolle zudem Pipelines bauen, die das Öl und Gas auf die Insel Sachalin transportieren sollen. Die Pipelines bedrohten die reiche Tierwelt der Insel, allen voran die verschiedenen Lachsarten, die auf Sachalin leben und die Lebensgrundlage für mehr als 30 Prozent der Bevölkerung darstellten.

Durch illegal begonnene Bauarbeiten an den Pipelines seien bereits mehr als 100 Flüsse geschädigt. Die indigene Bevölkerung von Sachalin habe schon mehrmals laufende Bauarbeiten blockiert, da es bisher keine hinreichenden Pläne gebe, wie durch das Projekt entstehende Schäden vermieden oder kompensiert werden könnten.

"Das Projekt sorgt auch in der Osteuropa-Bank für Bauchschmerzen. Sie hat die vorliegende Umweltverträglichkeitsprüfung  für völlig unzureichend erklärt", sagte Regine Richter, Energieexpertin der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation "urgewald". "An den Mängeln hat sich aber nichts geändert, deshalb darf die Bank jetzt nicht dem Druck der Ölindustrie nachgeben und sich für Sachalin II aussprechen."

Shell habe bei dem Projekt "vor allem symbolisch auf Kritik reagiert", sagte Richter. Gleichzeitig versuche der Konzern, durch bereits durchgeführte Bauarbeiten Tatsachen zu schaffen."Grundsaetzlich muss man sich sowieso fragen, warum die EBRD als öffentliche Bank ein solches Öl- und Gasprojekt fördern soll, schliesslich ist ihr Auftrag die Förderung der Demokratisierung im ehemaligen Ostblock. Ölprojekte sind der Demokratie hingegen selten zuträglich. Wir erwarten, dass sich der deutsche Exekutivdirektor in der Osteuropa-Bank bei dem morgigen Informationstreffen deutlich gegen eine Absegnung des Projektes aussprechen wird." so Richter.

Die "Ten Reasons why EBRD should not finance Sachalin II" wurden von Pacific Environment, CEE Bankwatch und Sachalin Environmental Watch verfasst und sind bei bankwatch.org abrufbar.

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