UNAIDSBerlin (epo). - Weltweit sind mehr als 40 Millionen Menschen mit dem Aids-Virus infiziert. Dies geht aus dem neuen Bericht "AIDS Epidemic Update 2005" hervor, den die Weltgesunheitsorganisation WHO und UNAIDS heute in Genf veröffentlichten. Für das Jahr 2005 rechnen die beiden Organisationen mit 4,9 Millionen Neuinfektionen. Im Jahr 2004 sind weltweit mehr als 3,1 Millionen Menschen an den Folgen der Krankheit gestorben.

Die HIV-Infektionen unter Erwachsenen seien in manchen Ländern gesunken, heißt es in dem Bericht. Dies sei in erster Linie auf Verhaltensänderungen wie die Benutzung von Kondomen und weniger Partnerwechsel zurückzuführen. Die globale Ausbreitung steige aber weiter an, und es seien weitaus mehr Präventionsmaßnahmen notwendig, um die Epidemie einzudämmen, warnen die UN-Experten.

Kenia, Simbabwe and einige Länder in der Karibik könnten einen Rückgang der HIV-Ansteckungsrate vorweisen, so die WHO. In Kenia sei der Anteil der mit HIV/Aids infizierten Bevölkerung von zehn Prozent in den 90er Jahren auf sieben Prozent gesunken, in Simbabwe von 26 auf 21%.

Der aktuelle UNAIDS/WHO-Bericht zeige die globale Dimension der AIDS-Epidemie auf, erklärte das deutsche Entwicklungsministerium (BMZ). Ein Virus, das keine Ländergrenzen kennt, könne nur mit gemeinsamen Anstrengungen aller Akteure bekämpft werden. "Der diesjährige Bericht von UNAIDS bestätigt, dass die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die richtige Strategie hat. Wir setzen vor allem auf eine Kombination aus vier Elementen: bessere internationale Kooperation und Koordination der Anstrengungen, Prävention und Aufklärung einschließlich der Nutzung von Kondomen, Therapiemöglichkeiten", erklärte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). "Um die Versorgung armer, aidskranker Menschen mit Medikamenten noch weiter voranzutreiben, ist ein Schwerpunkt innerhalb des deutschen Engagements gegen HIV/AIDS die Produktion von kostengünstigen Generika in den Entwicklungsländern selbst."

Für die Deutsche AIDS-Stiftung, die sich national und international für Menschen mit HIV und AIDS einsetzt, werden die globalen Auswirkungen der HIV/AIDS-Epidemie auch in Deutschland immer sichtbarer: "Die Zahl der betroffenen Migranten - aus mittlerweile über 80 Herkunftsländern - die sich aufgrund sozialer Notlagen an die Stiftung wenden, nimmt seit Jahren deutlich zu", sagte Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung. Besorgniserregend sei zudem die nun auch in Deutschland festzustellende Zunahme der HIV-Infektionen.

Eine aktuelle, von UNAIDS zitierte Studie zeigt, dass langfristig nur eine intensive und konsequente Kombination aus Präventionsanstrengungen und Therapieangeboten die Epidemie aufhalten kann. Die steigenden Infektionszahlen in Osteuropa und in vielen Ländern des südlichen Afrika haben die AIDS-Stiftung dazu bewogen, neben Soforthilfe und Präventionsangeboten für besonders verletzliche Gruppen in Deutschland auch im Ausland, etwa in Kaliningrad und in Tansania, Präventionsprojekte zu unterstützen. "Ziel aller Akteure muss es sein, möglichst flächendeckend Zugang zu Prävention, Therapie und Pflege anzubieten", so Heide.

"In vielen Ländern haben Erfolg versprechende Programme zur Eindämmung von HIV/AIDS begonnen. Sie zeigen: Prävention und Behandlung sind auch in wirtschaftlich armen Ländern möglich", erklärte Jürgen Hammelehle, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen AIDS. Dazu sei auch noch mehr finanzielle Unterstützung von wohlhabenden Ländern wie Deutschland notwendig. Stigma und Diskriminierung würden allerdings oft genau die Menschen ausschließen, die besonders gefährdet seien. Dass Prävention und Behandlung gerade für Drogenkonsumenten und Prostituierte oft schwer oder gar nicht zugänglich seien, sei kontraproduktiv und gefährlich. "Der erste Schritt zur HIV-Prävention ist deshalb, diese Menschen in ihren Rechten und ihrem Anspruch zu stärken." Dies gelte vor allem für viele Teile Asiens und Osteuropas, wo Drogengebrauch der Hauptübertragungsweg von HIV sei.

Der Bericht "Epidemic Update 2005" (deutsche Fassung) ist auf der Website der Deutschen AIDS-Stiftung abrufbar: www.aids-stiftung.de

In Deutschland lebten Ende 2004 rund 44.000 Menschen mit HIV/AIDS. Jährlich infizieren sich ca. 2.000 Menschen neu, rund 700 Menschen erkranken neue an AIDS.

UNAIDS
WHO
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)


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