Frankfurparis pledge urgewaldt/Main. - Am Dienstagmorgen hat die Umweltorganisation urgewald vor den Zentralen der Deutschen Bank und des Versicherers Allianz gegen deren Kohleinvestitionen protestiert. Die Aktionen bilden laut urgewald den Höhepunkt einer monatelangen Kampagne gegen beide Konzerne als wichtigste deutsche Kohlefinanzierer. Urgewald erklärte die Aktion für erfolgreich: "Parallel zu unserem vorher angekündigten Protest hat die Allianz ein weitgehendes Kohle-Divestment, also die deutliche Reduzierung ihrer Kohle-Anlagen, verkündet. Sie verweist auch auf die jahrelange Arbeit von Organisationen wie urgewald als treibende Kraft hinter dem Beschluss."

Nach Angaben von urgewald will die Allianz will ihre Anleihen im Kohlebereich auslaufen lassen und nicht verlängern. Zudem möchte sie in den kommenden sechs Monaten ihre Aktien von solchen Firmen verkaufen, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes mit Kohleabbau machen oder Strom produzieren, der zu mehr als 30 Prozent mit Kohleverbrennung gewonnen werde. Insgesamt ist laut Allianz ein Finanzvolumen von vier Milliarden Euro, der größte Teil davon Anleihen, betroffen. Zum Vergleich hebt urgewald hervor, dass der französische Konkurrent Axa bereits im Mai verkündet hatte, ein Kohle-Divestment in Höhe von 500 Millionen Euro umzusetzen.

"Die Allianz zeigt, dass sie nach Jahren der Kritik gegen ihr Kohlegeschäft doch lernfähig ist. Das nun verkündete Divestment ist, wenn es konsequent umgesetzt wird, ein riesiger Schritt mit Vorbildfunktion für die gesamte Finanzbranche", sagte Katrin Ganswindt, Kohle-Expertin von urgewald. "Besonders freut uns, dass die Allianz ihren Schritt nicht nur mit finanziellen Argumenten gegen das Hochrisikogeschäft Kohle begründet, sondern auch mit Maßnahmen für den Klimaschutz", so Ganswindt.

"Das Divestment-Domino beschleunigt sich. Auf Axa folgt der Norwegische Pensionsfonds, darauf folgt nun Allianz: Die Kohle verliert derzeit einen wichtigen Investor nach dem nächsten. Betroffen sind neben Aktien zum großen Teil auch Anleihen. Das setzt nicht nur die Finanzplaner der Kohlekonzerne unter Druck, sondern sorgt zudem für einen immer weiter sinkenden Ruf der Kohle als Investitionsobjekt", ergänzte Heffa Schücking, Geschäftsführerin bei urgewald. "Wir sind froh, dass die Verantwortlichen in Norwegen und nun bei der Allianz von unserem Divestment-Ansatz überzeugt sind. Dieser sieht nicht nur Schwellenwerte für den Umsatz, sondern auch für die Stromproduktion vor. Außer die Minenbetreiber trifft das auch Kohle-Stromerzeuger wie RWE und Vattenfall", so Schücking.

"Leider ist der größte deutsche Kohle-Finanzierer Deutsche Bank noch immer nicht bereit, sich den Divestment-Vorbildern anzuschließen. Ob Klimaschutz oder schwindende finanzielle Perspektiven, kein Argument scheint ihr stark genug zu sein", sagte Ganswindt. Auch international zähle die Deutsche Bank zu den größten Kohle-Investoren. Das belegt unter anderem die am Dienstag vorgestellte neue urgewald-Studie: Demnach ist die Deutsche Bank mit 3,3 Mrd. Euro der größte deutsche Finanzier der besonders klimaschädlichen Braunkohle in Europa, gefolgt von Commerzbank (3,1 Mrd. Euro) und BayernLB (830 Mio. Euro). Insgesamt haben deutsche Banken und Investoren nach Angaben von urgewald die europäische Braunkohle von 2010 bis Mitte 2015 mit 8,7 Mrd. Euro unterstützt.

=> Paris Pledge

=> Urgewald Studie: Europas größte Klima-KIller

Quelle: urgewald.org


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