FachmesseBonn (epo). - Über die Entwicklungszusammenarbeit als Arbeitsfeld informieren staatliche und nichtstaatliche Organisationen im Rahmen der Fachmesse "Engagement Weltweit" am 3. Dezember 2005 in Bonn. Das "Forum zur personellen Entwicklungszusammenarbeit" in der Beethovenhalle bietet Hochschulabgängern sowie Fach- und Führungskräften Gelegenheit, sich umfassend über entwicklungspolitische Auslandstätigkeiten zu orientieren und über die Perspektiven der personellen Entwicklungszusammenarbeit zu diskutieren.

Die Entwicklungszusammenarbeit ist ein eher unbekanntes Arbeitsfeld. Interessenten und Studierende müssen sich Informationen weitgehend selbst suchen, wenn sie hier ihre berufliche Zukunft sehen. Doch neben "alten Hasen" sind auch Einsteiger gern gesehen. Zahlreiche Institutionen bieten spezielle Nachwuchs-Förderprogramme an, die sie am 3. Dezember von 10:00 bis 16:00 Uhr in Bonn präsentieren.

Junge Akademiker mit Interesse an der Entwicklungszusammenarbeit finden einen Einstieg über ein Aufbaustudium, wie es das "Seminar für ländliche Entwicklung" (SLE) der Humboldt-Universität Berlin oder das "Deutsche Institut für Entwicklungspolitik" (DIE) in Bonn anbieten.

Das SLE wählt jährlich unter 250 Bewerbern 20 für das einjährige Aufbaustudium aus. Die Teilnehmer des Programms bringen in der Regel neben einem hervorragenden Hochschulabschluss sehr gute Sprachkenntnisse und Erfahrung durch Auslandspraktika mit. In dem zwölfmonatigen Programm erwartet die Bewerber neben fachspezifischen Trainingseinheiten (etwa über partizipative Planungsmethoden) auch eine Ausbildung in interkultureller Kommunikation, Teamarbeit und Präsentation. Zu dem Programm gehört ein dreimonatiger Auslandsaufenthalt, in dem ein eigenes Gutachten erstellt wird.

Die Absolventen haben beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt: Bis zu 90 Prozent finden nach Angaben des Arbeitskreises "Lernen und Helfen in Übersee (AK LHÜ), einer Organisationen übergreifenden Beratungsstelle in Bonn, spätestens ein halbes Jahr nach Abschluss eine Stelle im entwicklungspolitischen Bereich.

Etwa kürzer ist mit neun Monaten das Postgraduierten-Programm des DIE, das jährlich 22 Plätze bietet. Die Anforderungen an Bewerber sind ähnlich streng wie beim SLE, hinzu kommt eine Altersbegrenzung. Bewerber/innen sollten nicht älter als 30 Jahre sein.

Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) unterhält ein Fachkräfteprogramm, das sich gezielt an Bewerber zwischen 25 und 30 Jahren wendet, die weniger als zwei Jahre Berufserfahrung vorweisen. Das Programm "PV24" ist entsprechend dem Entwicklungshelfergesetz gestaltet und dauert zwei Jahre. Ein Dienstgeber im Ausland - der nicht unbedingt Partner des EED sein muss - sollte die Fachkraft anfordern. Wer ehrenamtliches Engagement, Praktika, Auslandsaufenthalte und Fremdsprachen vorweisen kann, punktet hier. Der EED zahlt ein Unterhaltsgeld, sorgt für die soziale Sicherung und stellt eine Wohnung am Einsatzort.

Auch die staatlichen Durchführungsorganisationen sind an qualifiziertem Nachwuchs interessiert. Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) hat ein eigenes Nachwuchsförderungsprogramm für Entwicklungsstipendiaten mit Inlandsvorbereitung und 12 Monate Erfahrungsaufenthalt im Ausland.

Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH stellt jährlich etwa 20 Projektassistenten und rund 30 Juniorfachkräfte ein. Allein als Projektassistent bewerben sich 1.500 Absolventen im Jahr. Personalmanager Ulrich Heise sagt: "Nicht nur die Quantität, auch die Qualität der Bewerbungen ist hoch." Gefragt sind Akademiker, deren Lebenslauf bereits Interesse an der Entwicklungszusammenarbeit erkennen lässt. Neben Fremdsprachenkenntnissen (gerne auch in Russisch. Arabisch oder Chinesisch) sind Teamfähigkeit, Kommunikationskompetenz und Stresstoleranz gefragt.

Das "Centrum für Internationale Migration und Entwicklung" (CIM) in Frankfurt stuft derzeit 20 von rund 650 ins Ausland entsandten Fachkräften als "Young Professionals" ein. Tendenziell steigt der Bedarf, denn das Wissen hochqualifizierter Absolventen ist international sehr gefragt. Das "Young Professional"-Programm von CIM richtet sich an Berufsanfänger mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung. Ihnen wird für bis zu drei Jahre eine Stelle in verantwortlicher Position im Ausland geboten. Den CIM-Nachwuchskräften bieten sich im Anschluss beste Aussichten in deutschen oder internationalen Organisationen.

Veranstalter der Fachmesse ist der Arbeitskreis "Lernen und Helfen in Übersee" in Kooperation mit der Bundesstadt Bonn, dem Center for International Cooperation (CIC), dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED), United Nations Volunteers (UNV) und der Bundesagentur für Arbeit. Das Forum wird finanziell gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und die Stiftung internationale Begegnung der Sparkasse in Bonn.

www.engagement-weltweit.de
www.berlinerseminar.de
www.die-gdi.de
www.eed.de
www.ded.de
www.gtz.de
www.cimonline.de

Arbeitskreis Lernen und Helfen in Übersee


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