Berlin. - Millionen von Frauen und Mädchen sind weltweit auf der Flucht. Sie fliehen vor Krieg und Zerstörung, aber auch vor Genitalverstümmelung, Zwangsverheiratung und Vergewaltigungen. Anlässlich des Internationalen Frauentags (8. März) haben der entwicklungspolitische Verband VENRO und das Kinderhilfswerk terre des hommes besonders auf flüchtende Frauen aufmerksam gemacht und besseren Schutz gefordert.

"Die Weltgemeinschaft muss flüchtende Frauen und Mädchen besonders schützen. Dies ist keine Kür, sondern eine Pflicht, denn geschlechtsspezifische Verfolgung ist nach der Genfer Flüchtlingskonvention als Fluchtgrund anerkannt," sagte Bernd Bornhorst, Vorstandsvorsitzender von VENRO.

Mehr als ein Viertel der weltweit rund 60 Millionen Flüchtenden sind Frauen und Mädchen im Alter von 15 bis 49 Jahren. Die Flucht ist für sie aufgrund ihrer gesellschaftlichen Rolle von besonderen Belastungen und Gefahren geprägt. Auf der sogenannten Balkanroute sind nach Angaben von Hilfsorganisationen aktuell bis zu achtzig Prozent der Flüchtenden Frauen und Kinder. Es wird davon ausgegangen, dass dies auch eine Reaktion auf die von der Bundesregierung beschlossene Aussetzung des Familiennachzuges ist. 

"Der ohnehin große Stress einer Flucht bringt für Frauen und Mädchen zusätzliche geschlechtsspezifische Risiken mit sich", erklärte Barbara Küppers, Kinderrechtsexpertin von terre des hommes. "Erfahrungen von Gewalt und Krieg, der Verlust der Heimat und die Risiken der Flucht belasten Frauen, dazu kommt die Sorge um die Kinder und die Angst vor Übergriffen."

Frauen und Mädchen sind auf ihrer Flucht stets der Gefahr von Übergriffen und sexualisierter Gewalt ausgeliefert. Schlepper belästigen und vergewaltigen Frauen, Schwangere und Frauen mit Babys leiden besonders unter einem Mangel an Nahrung, schlechter medizinischer und hygienischer Grundversorgung und an der Enge in überfüllten Lagern und Erstaufnahmestellen, berichtete das Kinderhilfswerk terre des hommes.

"Es muss sichergestellt werden, dass es für sie separate Schlafplätze und Sanitäranlagen in Aufnahmeeinrichtungen gibt – auch in Deutschland," so Bornhorst. Ebenso sei ein Ausbau von Unterkünften speziell für alleinfliehende Frauen und Mädchen notwendig.

Die Mädchen fliehen vor Krieg und Gewalt, aber auch vor Zwangsheiraten, Zwangsprostitution oder Gewalt in der Familie. Gerade diese Mädchen brauchen besonderen Schutz und psychosoziale Unterstützung

Quellen: venro.org / tdh.de


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