Sri LankaBonn (epo). - Die Deutsche Welthungerhilfe führt ihre Projekte im Tamilengebiet im Norden und Nordosten Sri Lankas vorläufig nur in verringertem Umfang fort. Die drei deutschen Mitarbeiter, die in der von den Tamilen kontrollierten Stadt Kilinochchi arbeiten, seien vorübergehend aus dem Gebiet abgezogen worden, teilte die Hilfsorganisation am Mittwoch in Bonn mit. Für diese Entscheidung sei Besorgnis über die Sicherheitslage in Sri Lanka maßgeblich gewesen, hiess es.

Hintergrund sind die wieder zunehmenden Auseinandersetzungen zwischen den tamilischen Rebellen und Regierungstruppen, bei denen allein im vergangenen Monat 80 Menschen umkamen. Der Ausnahmezustand, der nach der Ermordung des Außenministers verhängt wurde, besteht weiterhin.

Die Auseinandersetzungen konzentrieren sich nach den Erkenntnissen der Welthungerhilfe offenbar auf die von der Regierung kontrollierte strategisch wichtige Halbinsel Jaffna im Norden des Landes. Nach unterschiedlichen Angaben sind von dort zwischen 1000 und 30.000 Menschen geflohen.

Die Welthungerhilfe hofft auf einen neuerlichen Verhandlungsversuch der norwegischen Regierung. Vom 23. bis 26. Januar wird eine Delegation erwartet, die Gespräche mit beiden Parteien führen wird, um einen neuen Verhandlungstermin auszuhandeln.

"Die Situation ist angespannt wie seit langem nicht mehr", sagte Heinz Seidler, Regionalkoordinator der Welthungerhilfe. In den Ortschaften rund um das Tamilengebiet würden die militärische Präsenz und Schutzanlagen verstärkt.

Die Deutsche Welthungerhilfe ist seit den siebziger Jahren in Sri Lanka tätig. Seit 1992 arbeitet sie mit der renommierten srilankischen Nichtregierungsorganisation Sewalanka Foundation (SLF) zusammen, die von Tamilen und Singhalesen gleichermaßen respektiert wird. Schwerpunkt der Arbeit sind Projekte zur Ernährungssicherung und der Reintegration von Bürgerkriegsflüchtlingen, die nach dem Waffenstillstandsabkommen von 2002 verstärkt wurden. Die Welthungerhilfe leistete zudem Nothilfe nach dem Tsunami und engagiert sich bei Wiederaufbauprojekten für die Opfer der Katastrophe.

? Deutsche Welthungerhilfe


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